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Lügder und Pyrmonter Angler wollen Heimbewohner die Natur erleben lassen

„Das ist so entspannend“

LÜGDE. Sie suchen die Entspannung und das Naturerlebnis, und die Angelvereine aus Lügde und Bad Pyrmont helfen dabei. Kostenlos kann Georg Fross vom Wohnheim St. Josef an der Emmer zwischen Lügde und Bad Pyrmont mit seinen Schützlingen angeln. Die Stimmung ist gut, auch wenn die Fische nicht beißen.

veröffentlicht am 24.06.2016 um 14:46 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:18 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Die Kiste, die Georg Fross dabei hat, hat viele Fächer und die sind gut gefüllt mit allem, was ein Angler für eine erfolgreiche Fischjagd so braucht. Eine Auswahl der unterschiedlichsten Angelhaken, dazu Posen und Bleie, Angelschnüre und auch ein kleiner Fischtöter findet sich in dem gut sortierten und aufgeräumten Behälter, auf dem man auch sitzen kann. „Weißt du, was das ist“, fragt Fross seinen Begleiter Alexander und zeigt ihm etwas, was auf den ersten Blick wie ein gelber Löffel aussieht, aber mehrere kleine Schlitze nebeneinander hat.

Alexander schüttelt den Kopf. Er begleitet den erfahrenen Angler zwar regelmäßig an die Emmer zwischen Lügde und Bad Pyrmont, „damit er sich nicht verläuft“, wie er scherzt, doch dieses Teil hat er noch nicht gekannt. „Damit kann man die Stärke von Angelschnüren messen“, erklärt ihm Fross. Und auch Harald und Michale wissen jetzt Bescheid. Die kleine Gruppe, die hier regelmäßig mit der Angel sitzt, ist etwas besonders. Sie sind Bewohner des Langzeitwohnheimes für psychisch Behinderte St. Josef in Bad Pyrmont. Georg Fross ist einer der Betreiber.

Dass sie hier sein können, hat einen Grund. Die „Gemeinschaft für Fischerei und Naturschutz Lügde e.V“ bewirtschaftet seit Anfang dieses Jahr gemeinsam mit dem Angelsportverein Bad Pyrmont dieses Teilstück der Emmer an der Landesgrenze und die ermöglichen es Fross und seinen Schützlingen, hier am Kerspuhl kostenlos währen der Saison vom 1. Mai bis 30. Juni zu angeln. „Damit wollen wir einen kleinen Beitrag zur Inklusion leisten und den Bewohner ermöglichen, die Natur zu erleben“, sagt Klaus Dieter Zumhasch, Vorsitzender der Lügder Gemeinschaft.

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  • „Damit kann man die Stärke von Angelschnüren messen“, erklärt Georg Fross seinem Begleiter Alexander, der das Geräte bisher nicht kannte.

Tagsüber gehen Harry, Michi und Alex, wie Fross sie nennt, ihrer Arbeit nach. Etwa einmal die Woche – je nach Wetter – ist Angeln an der Emmer angesagt. Insgesamt gehören zu der Gruppe sechs Heimbewohner. Genau genommen angelt nur Fross, denn nur er hat einen Angelschein. Seine Jungs sitzen dabei, gucken aufs Wasser und klönen. „Das ist so entspannend“, antwortet alle drei übereinstimmend, warum sie denn mitkommen, wenn sie denn selber nicht angeln dürfen. Spannend wird es, wenn eine Schleie, eine Rotfeder oder ein Barsch am Haken hängt. „Gestern haben wir zwei Schleie gefangen, aber die waren so klein, dass wir sie wieder zurückgeworfen haben“, erzählt Fross, während Michi und Harry ein paar Meter weiter einen kleinen Frosch entdeckt haben, der ihre Aufmerksamkeit fesselt – auch ein Naturerlebnis.

Zumhasch hofft, dass vielleicht einer der Schützlinge von Fross Interesse daran hat, einen Angelschein zu machen. Alex wehrt ab, dafür sei es noch zu früh, meint er. Harry und Michi könnten sich das aber durchaus vorstellen. „Wir würden bei der Vorbereitung auf die Prüfung helfen“, versichert der Lügder Vereinsvorsitzende, während das Quartett schon wieder ganz entspannt auf die Emmer schaut.



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