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Planer Halke Lorenzen schlägt Dorfentwicklungsplan für Rischenau vor / Heimat- und Verkehrsverein ist sehr aktiv

Damit Lügdes Ortsteile nicht noch weiter ausbluten

Rischenau (heb). Der erste Eindruck spricht für ein lebendiges Dorf: Rischenau hat noch Geschäfte und eine intakte Dorfgemeinschaft mit Bürgern, die sich in diversen Vereinen engagieren. Zudem liegt Rischenau wunderschön, hat viele Wanderwege, gut erhaltene Häuser und sogar alte Bäumen.

veröffentlicht am 17.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:21 Uhr

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Und doch sieht Halke Lorenzen den Lügder Ortsteil in Gefahr. Zu dieser Einschätzung bringen den Blomberger Landschaftsarchitekten die Gebäudeleerstände im Dorf, mögliche Schließungen von Geschäften, den beiden Arztpraxen und anderen Unternehmen infolge altersbedingter Strukturen.

Vor sieben Jahren hat der Diplomingenieur Rischenau erstmals unter die Lupe genommen, als er einen Gebietsentwicklungsplan erstellte. Das Papier wies den Ort als zweiten Siedlungsschwerpunkt neben der Kernstadt Lügde aus. Doch nun macht er klar: Es fehlt eine langfristige Sicherung.

Bei der Mitgliederversammlung des örtlichen Heimat- und Verkehrsvereins machte Lorenzen klar, was seiner Überzeugung nach fehlt: ein Dorfentwicklungsplan. In den könnten die Bürger ihre Ideen einbringen und über die Zukunft ihres Dorfes mitbestimmen. „Quasi ein Planungsprozess von unten nach oben“, so der Landschaftsarchitekt.

„Die Parteien hatten die Dorfentwicklung noch vor 15 Jahren auf ihre Fahnen geschrieben und damit eine große Erwartungshaltung geweckt.“, sagt der Blomberger. „Doch mittlerweile stehen die Dörfer mit ihren Problemen allein da. Die Politik sieht jetzt die Sanierung und den Erhalt der Innenstädte als ihre Hauptaufgabe an.“ Lorenzen sieht die Entwicklung als „zehn verlorene Jahre“ – und die Lebensqualität auf dem Lande gefährdet.

Der Kreis Lippe habe sich wegen fehlender Haushaltsmittel ebenso wenig eingebracht wie die Stadt Lügde. „Geld fließt in Projekte wie die Sanierung einer Kernstadt oder andere sicher auch wichtige Infrastrukturmaßnahmen. Doch für kleinere Orte bleibt dann nichts mehr übrig“, so Lorenzen, der „ein weiteres Ausbluten auch in den Lügder Dörfern“ fürchtet.

Geblieben ist Rischenau das Grünstrukturrahmenkonzept. Es zielt auf die Bewahrung des dörflichen Charakters ab und will markante Gebäude, Bäume und andere Grünanlagen erhalten. Lorenzen stellte viele Beispiele für gelungene Maßnahmen vor, forderte die Besucher aber auch auf, den Heimat- und Verkehrsverein bei der Umsetzung zu unterstützen. „Hier haben Sie eine Chance, das Dorf attraktiv zu gestalten“.

Ein Beispiel der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten war die Anpflanzung von über 50 Bäumen im Bereich Ziegenwiese und Klosterbreite und damit die Schaffung von zwei Grüngürteln und eine Verzahnung zum nahegelegenen Industriegebiet.

Und auch sonst sind die HVV-Arbeitsgruppen im Landschaftsschutz aktiv: So haben sie ein Feuchtbiotop angelegt, Kopfweiden geschnitten, zahlreiche Nistkästen gereinigt und aufgehängt, und auch die Aktion „Sauberes Dorf“ mit der Pflege von Wanderwegen, Park- und Rasenflächen, Rabatten und Beeten war ein Erfolg.



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