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Wie das sächsische Duo „Zärtlichkeiten mit Freunden“ seine Fans im Klostersaal zum Brüllen bringt

„Damit die Leute das Elend ne so sehen“

Lügde. Wenn Lachen gesund ist, dann hatten im Lügder Klostersaal an diesem Abend Krankheitserreger nicht die geringste Chance. Das Publikum der gut besuchten Veranstaltung feixte, brüllte, wieherte, kicherte und gackerte, wischte sich die Lachtränen ab, war einfach nur hingerissen von den beiden Jungs von „Zärtlichkeiten mit Freunden“, die den Nonsens in höchster Vollendung betreiben.

veröffentlicht am 07.11.2010 um 21:10 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:21 Uhr

Nonsens mit Musik: Stefan Schramm und Christoph Walther auf der

Autor:

Dagmar Nickelsen
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Schon das Bühnenoutfit beispielsweise von „Ines Fleiwa“, die mit indiskutabler Perücke und Schuluniform wie Angus Young auftritt, sich dann aber weniger ACDC-ruppig einbringt, sondern mit naiv-verständnisvollem bis doof-staunendem Mienenspiel gekonnt die Gitarre bedient, stimmt die Leute auf das Kommende ein.

Wenn dann „Cordula Zwischenfisch“ nicht minder verschroben mit Hornbrille und geblümtem Oma-Beutel munter plaudernd, mehr den „intellektuellen“ Part der Band mimend, Lügde und seine Bewohner durch den Kakao zieht, bleibt bereits zum Anfang des Programms kein Auge trocken.

„Was ham denn de Leute hier? Nur noch de Hoffnung und ab und zu Kartoffelbraten...Jetz hamse hier sogar en Tunnel gebaut, damit die Leute, die durchfahren, das Elend ne so sehen!“

Was die beiden bei allem Quatsch so authentisch macht: Sie sächseln nicht aufgesetzt und nachgemacht, Sie sprechen immer so und sie bringen trotz Blödelns viel von der einzigartigen Mentalität dieses Volksstammes rüber. „Gucke ma, wo mir hier spielen: Im westfälischen Rudimentärstuck.“

Aber dann geht es endlich ans erste Lied: Cordula entrollt ein Etui mit an die 50 Schlagzeugstöcken, Ines rückt die Perücke zurecht und: „Ich zähl ein und du hängst dich mit druff... wie mer ausgemacht ham!“

Eigentlich ist der Auftritt unbeschreiblich, alles lebt von der Situationskomik. So auch der ewige Kampf mit dem schwenkbaren Mikrophon.

Wenn Stefan Schramm und Christoph Walther dann endlich spielen, lässt sich hinter der ganzen perfekten Musikclownerie nicht verbergen, dass das Duo gewaltig was drauf hat. Das Publikum wäre wahrscheinlich nicht böse gewesen, wenn die Musiknummern einen breiteren Raum im Programm eingenommen hätten. Die Jungs beherrschen Gitarre, Mundi und Schlagzeug und noch einiges mehr perfekt – sogar rückwärts: „Weeßt du, warum die Leute noch nich tanzen?“ „Nu, die staunen noch.“ Wenn dann Freund Rico Rohs aus Oppitzsch alias Christoph Walter mit seiner Zahnspange auftritt und minutenlang über die herausgeflutschte Kniescheibe der Frau Meißner erzählt, erreicht der Unsinn seinen Höhepunkt und die Leute im Klostersaal biegen sich vor Lachen.

Wie schon gesagt, man kann „Zärtlichkeiten mit Freunden“ schlecht beschreiben. Doch wer sie gesehen hat, stellt schnell fest, dass die zwei eine ganze Menge Grips unter ihren Perücken haben, um so einen sich scheinbar zufällig aus der Situation ergebenden hanebüchenen Blödsinn verzapfen zu können. Barth, Atze, Ingo & Co. – zieht Euch warm an!

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