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Familienmusical „Vierfarbenland“ vermittelt Toleranz und gegenseitige Wertschätzung

„Bunt ist das Leben viel schöner“

LÜGDE/RISCHENAU. Die Premiere des Familienmusicals „Vierfarbenland“ war am Donnerstagnachmittag ein Spektakel für ganz Rischenau und die Umgebung. Denn auch aus den Nachbarorten wie beispielsweise Hummersen oder Wörderfeld nahmen Kinder teil, die Schülerinnen und Schüler an der Grundschule sind. Über 100 Kinder aus den vier Jahrgangsstufen lieferten ein wahres Top-Ereignis ab, das man von diesen Altersstufen nicht erwartet hätte.

veröffentlicht am 06.07.2018 um 15:33 Uhr

Die „gelben Kinder“ singen den „Zitronenblues“. foto: ar
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Selbst gebastelte Requisiten, ein farbenfrohes Bühnenbild und eine stimmliche Präsenz, die einherging mit der Beherrschung von Mikrofonen und Choreografie, das machte einfach Spaß und rief riesigen Beifall bei Eltern, Geschwistern und Mitschülern in der vollbesetzten und tropisch heißen Aula hervor. „Vierfarbenland“ entstammt der Feder von Gina Ruck-Pauquèt, die immerhin 170 Kinder- und Jugendbücher, Hörspiele und Theaterstücke veröffentlichte, und bringt plakativ den Konflikt zwischen Einseitigkeit, Schmalspurdenken und Intoleranz gegenüber Vielfalt, Buntheit und Toleranz zum Ausdruck, kindgerecht aufbereitet und von einem engagierten Team mit mehr als dem bescheiden genannten vierwöchigem Aufwand auf die Bühne gestellt.

Musiklehrerin Moni Richert und Vertretungskraft Anke Thölert hatten bereits nach den Osterferien begonnen, das Projekt anzustoßen. Da galt es, den musikalischen Teil einzuüben, der viel zu lernenden Text beinhaltete, der die Gesangsproben umfasste und der auf der gestaltenden Ebene für handgemachte Requisiten und das Bühnenbild sorgen sollte. All das bekamen Lehrerinnen und Schüler in den Griff, kleinere technische Probleme, wie dass einmal ein Mikrofon nicht funktionierte, waren komplett uninteressant. Die Begeisterung und Präzision, mit der die jungen Künstlerinnen und Künstler ans Werk gingen, sprang auf das Publikum über, zumal die Botschaft des Musicals deutlich herüber kam.

Das Vierfarbenland besteht aus einem gelben, einem roten, einem blauen und einem grünen Viertel. Alle Menschen, Tiere, Gegenstände sind entweder blau, gelb, grün oder rot. Auch die Gedanken bewegen sich in diesem einfachen Weltbild, und man grüßt sich mit entweder „Grünen Tag!“ oder sagt „Roten Dank!“ Andere Farben werden als schlecht hingestellt, nur die eigene Farbe ist die „Richtige“, und die Zuordnung eines Individuums wird ähnlich wie in George Orwells Roman „1984“ von einer Polizei überwacht.

Die „blauen Kinder“ interpretieren den „Pflaumentango“. foto: ar
  • Die „blauen Kinder“ interpretieren den „Pflaumentango“. foto: ar

Dann geschieht das Unglaubliche: Im grünen Viertel wird ein Junge namens Erbs geboren, der die farbliche Einseitigkeit in Frage stellt, und, als er eine gelbe Rose sieht, sie im Gegensatz zu den anderen Kindern schön findet.

Da, wo die Grenzen der vier Farbviertel die Grünen, Blauen, Gelben und Roten trennen, beginnt er, die Grenzen zu verwischen. Plötzlich können alle Kinder in jeder Farbe fühlen, sehen und denken, und nie zuvor waren sie so fröhlich. Das Fazit „Bunt ist das Leben viel schöner“ steht als Hintergrund des Musicals für ein subtil vermitteltes Lernziel: nur mit Toleranz, gegenseitiger Wertschätzung und Respekt ist ein Miteinander erstrebenswert und schön, kann man sich gegenseitig befruchten und seinen eigenen Horizont erweitern. Diese Botschaft hatten die jungen Künstler total verinnerlicht und gaben sie mit großer Begeisterung an das ebenso begeisterte Publikum weiter.



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