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Straßen.NRW rechnet mit Reparatur unter Vollsperrung nicht vor Jahresende

Brücke bleibt an Lipper-Tagen offen

Lügde. Wer die Emmerbrücke an der Eschenbrucher Straße nutzt, muss seit einem Monat besser aufpassen: Für die Autos ist die Fahrbahn schmaler geworden. Denn die landeseigene Baubehörde „Straßen-NRW“ hatte am 8. Juli beide Bürgersteig-Seiten sperren und einen Not-Fußweg auf die Straße verlegen lassen. Alarmiert sahen sich die Bielefelder von aktuellen Untersuchungsergebnissen: Demnach besteht für die tragenden Teile der eigentlichen Gehsteige Einsturzgefahr (PN vom 8. Juli). Das heißt nun nicht, dass die beiden Bauwerksränder unter dem Gewicht eines einzelnen Fußgängers zusammenkrachen würden. Aber umgekehrt drohte dem Land ein massives Haftungsproblem: Bräche ein Bürgersteig in dem Moment ab, wenn ihn jemand benutzt, dann müsste sich Straßen.NRW für die Folgeschäden verantworten.

veröffentlicht am 07.08.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 21:41 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die Absperrungen machen nun vor allem den Einmündungsbereich aus Richtung „Unter den Klippen“ unübersichtlicher. Wer von unten hoch als Linksabbieger auf die Brücke strebt, muss achtgeben, damit er niemandem die Vorfahrt nimmt. Doch: So hoch die Zahl der Beinahe-Unfälle an dieser Stelle auch sein mag – folgenschwere Kollisionen sind hier laut Polizei bisher ausgeblieben.

Die Fußgänger sind derweil ebenfalls zum Aufpassen genötigt. Ihnen sollen provisorisch aufgeschüttete Kaltasphalt-Hügel den mit rot-weißen Baken abgesicherten Weg erleichtern. Treffen auf dem Notweg allerdings zwei Fußgänger mit Kinderkarre und Rollator aufeinander, wird‘s schon knapp.

Doch immerhin gilt die Fahrbahn der 44 Jahre alten Brücke derzeit noch als grundsätzlich benutzbar. Und das soll bis nach den Lipper-Tagen Ende des Monats auch so bleiben.

Gut möglich allerdings, dass sich die Zeit der tatenlosen Teilsperrung noch weiter hinziehen wird. „So kurzfristig wird sich das nicht ändern“, schätzt Dipl.-Ing. Georg Steinmeier von Straßen.NRW. Der Brücken-Fachmann wagt derzeit nur eine vorsichtige Schätzung. Nach der kann die Sanierung „wahrscheinlich frühestens Ende des Jahres“ beginnen. Denn bevor sie ganz konkret geplant werden könne, würden die bei den letzten Untersuchungen gewonnenen Prüfdaten derzeit nachgerechnet.

Die Ergebnisse dieser Auswertung sollen dann in den Sanierungsentwurf einfließen, auf dessen Basis das Land die Arbeiten ausschreibt. Internationale neue Normen machen das Verfahren darüber hinaus noch komplizierter. Denn anstelle der früheren Din-Norm greift heute ein „Euro-Code“.

Was sich indes nicht ändern wird, ist die Auslegung der Brücke auch auf den Schwerlastverkehr. Denn die Strecke „Unter den Klippen“ und Eschenbrucher Straße muss auch künftig als Ausweich-Weg herhalten, wenn der Tunnel gesperrt ist.

Wenn die Brückensanierung dann dran ist, wird eine Vollsperrung nötig. Denn die fast viereinhalb Jahrzehnte Verkehr und nicht zuletzt das Streusalz haben dem Bauwerk so schwer zugesetzt, dass nicht nur der Gehweg-Beton und seine tragenden Teile, sondern auch die quer verlaufenden Stahlschienen am Anfang und Ende der Brücke sowie der Asphalt erneuert werden sollen.

Wie schlecht es um die ältere der beiden Lügder Emmerbrücken steht, hatte sich bei Untersuchungen infolge der letzten Hauptprüfung herausgestellt. Solchen Prüfungen unterzieht das Land NRW jede seiner Brücken alle sechs Jahre. Da viele dieser Bauwerke in den 1960er und ‘70er Jahren errichtet wurden, stellen die Kontrolltrupps, von denen es im Land ein ganzes Dutzend gibt, bei ihren täglichen Sichtungen inzwischen immer mehr Schäden fest.

Die Kosten für den Neubau oder die Sanierung der diversen kaputten Brücken im Landeseigentum wird auf über 650 Millionen Euro geschätzt. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) hatte mit Blick auf die zwischen 40 und 50 Jahre alten Brücken vor einiger Zeit im Landtag von Pfusch am Bau gesprochen. Der Staat sei damals ausgenommen worden „wie eine Weihnachtsgans“.

Wie teuer die Sanierung der Lügder Emmerbrücke werden könnte, steht zwar derzeit noch nicht fest. Einen sechsstelligen Betrag wird das Land einer vorsichtigen Schätzung zufolge aber wohl in jedem Fall lockermachen müssen.

Besonderer Problembereich: die Kanten zwischen Gehweg und Fahrbahn, aber auch die quer verlaufenden Stahlschienen. jl



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