weather-image
13°

Wie Dieter Stumpe Grundschülern die Dechen-Tradition nahezubringen sucht

Brauchtum braucht Nachwuchs

Lügde. Die Lügder Dechen brauchen Nachwuchs – und Lügder Schülern bekäme ein wenig Nachhilfe in Sachen Brauchtum recht gut. Diese beiden Bedürfnisse versuchte Dieter Stumpe jetzt zu verbinden, als er die beiden 4. Klassen der Grundschule ins Dechenheim einlud. Hier stellte er ihnen das Wesen, die Geschichte und das Wirken der Dechen vor.

veröffentlicht am 11.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 15:41 Uhr

270_008_7074642_pn307_1004.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zunächst durften sich die Viertklässler einen Film anschauen. Dann berichtete Stumpe von vorchristlichen Göttern. So schrieb er der germanischen Frühlingsgöttin Ostara das Osterfest zu, was in Fachkreisen allerdings umstritten ist.

Wichtig für seine Ausführungen waren allerdings nicht der Namensursprung und die Entstehungsgeschichte des Osterfestes, sondern die lange Tradition der Feuerräder, die alljährlich ins Tal sausen. Üblicherweise sechs – „die Nazis versuchten allerdings auch, dieses Ereignis für sich zu nutzen und ließen 1934 nach einer heiligen germanischen Zahl sieben Räder hinunterrollen“, berichtete Stumpe – um gleich darauf hinzuweisen, dass die Dechen sich als die ersten Widerstandskämpfer bewährt und von da an nur noch die üblichen sechs hätten laufen lassen. „Die Dechen wollten sich nicht vereinnahmen lassen von der Propagandamaschinerie der Nazis.“

Die Mädchen und Jungen hörten aufmerksam zu, wussten auch einiges auf Nachfrage zu antworten, von den sieben Wachtürmen der Stadt, der damals viel höheren Stadtmauer oder dem Sinn der Balancierstange im Osterrad. „Wer von Euch hat denn jemand in der Familie, der im Dechenverein ist?“ Dieter Stumpe musste erfahren, dass sich niemand meldete. Nachdem er ausführlich über Tradition gesprochen hatte, hakte er nach: „Wie kann eine solche Tradition sterben?“ Und auch hier kam die korrekte Antwort: „Es macht keiner mehr mit.“ Deshalb legte Stumpe den Kindern immer wieder nahe, sich für die Dechen zu interessieren – auch, wenn es derzeit keine Kinder-Dechengruppe gebe. Zur Erinnerung: Der bis dahin sehr aktive Nachwuchs hatte seine Arbeit vor einigen Jahren nach einer Auseinandersetzung mit dem Oberdechen eingestellt.

„Vielleicht stellen wir wieder eine Kindergruppe auf die Beine. Dann würde ich mich freuen, wenn ich Euch in der Gruppe begrüßen könnte.“ Grundschüler Simon wäre bestimmt dabei. Denn: Er sammelt kleine Nachbauten der Osterräder – und hat schon 70 Stück beisammen.yt/jl

Die Grundschüler nach dem Brauchtums-Vortrag von Dieter Stumpe im Lügder Dechenheim. yt



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?