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Köhne: Abriss in wenigen Wochen

Brandruine soll kein Schandfleck auf Dauer werden

Lügde (jl). So manchem Lügder schwant in der Mittleren Straße neues Unheil. Kaum ist der Schuttberg dort durch eine saubere Schotterfläche ersetzt, wo einst das Haus Nummer 56 stand, da frisst sich schräg gegenüber ein neuer Schandfleck ins Ensemble des mittelalterlichen Stadtbilds. Denn die Brandruine des Hauses Nummer 57 steht auch fast drei Wochen später noch genauso da wie nach dem verheerenden Feuer am Abend des 5. Oktober.

veröffentlicht am 23.10.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

Der Bauzaun vor der Brandruine blockiert derzeit noch den Bürger
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Zur Straße hin sperrt zwar ein Bauzaun die einsturzgefährdete Ruine ab. Aber von der Seite aus käme jeder ungehindert auf das Privatgelände, der das wollte. Derweil bieten die Überreste des verkohlten Dachstuhls ein erbarmungswürdiges Bild.

Doch die um die Optik ihrer Stadt besorgten Bürger werden den erbarmungswürdigen Anblick vermutlich nicht allzu lange ertragen müssen.

„Der Sohn der Hausbesitzer war Anfang dieser Woche schon bei mir und hatte die Ausschreibungsunterlagen für den Abriss dabei“, sagte gestern Karl-Heinz Köhne auf Anfrage. Nach Schätzung des Ordnungsamtsleiters „müsste jetzt alles ruckzuck gehen und die Sache in drei bis vier Wochen erledigt sein“. Denn die Versicherung habe mit der Zusendung der Unterlagen an den Eigentümer relativ schnell reagiert.

Von der Seite her ist das Grundstück bisher frei zugänglich.
  • Von der Seite her ist das Grundstück bisher frei zugänglich.

So bedauerlich der Abriss eines weiteren historischen Gebäudes auch ist – erhalten werden kann das schon vor dem Feuer baufällige 211 Jahre alte Haus seither schon gar nicht mehr. „Da kann man nur noch mit ’ner Raupe drüberfahren“, bedauert Köhne.

Dennoch liegt dem Ordnungsamtsleiter nicht zuletzt deshalb an einem zeitnahen Abriss der Ruine, weil der Seitenweg neben dem Grundstück seit der Brandnacht als „unechte“ Einbahnstraße nur noch eingeschränkt befahrbar ist. „Und außerdem soll ja auch der Gehweg zur Mittleren Straße bald wieder zu benutzen sein.“ Bisher zwingt der auf voller Breite aufgestellte Bauzaun Fußgänger an dieser Stelle zum Wechsel der Straßenseite.

Und was wäre, wenn aus dem Abriss – wider Erwarten – doch so schnell nichts würde? „Dann würde ich den Kreis Lippe informieren müssen , damit dessen Bauordnungsbehörde tätig wird“, sagt Köhne, der das Prozedere um den Abriss des Hauses Nummer 56 noch in denkbar schlechter Erinnerung hat. Damals konnte die Hauseigentümerin bekanntlich das Geld für den Abriss und die Abfuhr des Schutts nicht aufbringen.

Eine akute Gefahr stellt das vorn eingezäunte, von der Seite her aber frei zugängliche Brandgrundstück nach Ansicht des Ordnungsamtsleiters derzeit nicht dar. „Ich kann doch nicht jede mögliche Gefahrenquelle zumauern“, sagt Köhne, der keinen Sinn darin sehen würde, das Areal komplett abriegeln zu lassen. Komme hinzu: „So eine Sicherung kostet auch Geld.“

Außerdem handle es sich um ein Privatgrundstück, auf dem Dritte auch ohne spezielle Sicherungsmaßnahmen ohnehin keinen Zutritt hätten. „So leichtsinnig, dort hineinzugehen, dürfte ohnehin niemand sein“, schätzt Köhne mit Blick auf die akute Einsturzgefahr dessen, was das Feuer von dem Fachwerkhaus übriggelassen hat.



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