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Züchter Guido Müller ist den kleinen Bäumchen seit 35 Jahren verfallen / Exotische Ästhetik pur „Offenen Garten“

Bonsai oder die Kunst, die ideale Natur zu erschaffen

Niese (rr). Ehrwürdig und uralt ist in Japan die Tradition des Bonsai. Ursprünglich aus China dorthin gelangt und seit dem 10. Jahrhundert kultiviert, ist sie im Garten von Guido Müller in Niese immerhin auch schon 35 Jahre alt. Seitdem beschäftigt sich der ehemalige Kranführer und Schmied mit der fernöstlichen Kunst der Baumveredlung, die den heute 76-Jährigen seit einer Japan-Reise fasziniert. Und am „Tag des offenen Gartens“ will der passionierte Züchter interessierte Besucher am Zauber dieser miniaturisierten Welt teilhaben lassen. Inzwischen besitzt er etwa 300 Pflanzen in passenden, teils „maßgefertigten“ Schalen. Weitere fast 400 Bäume zieht er im Freiland; aus ihnen sollen einmal „große“ kleine Bäume werden. Mit viel Geduld werden die meist kleinblättrigen Gehölze in die richtige Position wachsen gelassen, dabei helfen auch schonmal Blumendraht oder angehängte Gewichte. Äste dürfen sich nicht überschneiden oder verdecken, wichtig ist auch die Wachstumsrichtung. Da sind die 13 Regeln für die Gestaltungsformen sowie für freie Formen streng. „Man hängt an gut gestalteten Bäumen“, sagt Müller und verweist auf die Schönheit einer Goldulme, die in ihrer Kaskadenform ein echtes Prachtstück darstellt. Da gibt es auch die Literatenform mit langem, schmalem Aufbau, die Besenform oder die Felsform. Seine Bäume hat Müller auf internationalen Messen, über Züchterkollegen oder aus dem eigenen Bestand gewonnen. Und manche Arten sind gar so selten, dass sie in ihrer Heimat mit einem Ausfuhrverbot belegt sind wie etwa der Chinesische Wacholder. Guido Müller besitzt Bäume im Alter bis zu 100 Jahren, jedoch hat er in Japan auch schon 450 Jahre alte Exemplare bestaunt. „Mit jeder Jahreszeit ändert sich der Farbcharakter des Gartens“, erzählt er. Deshalb wird er auch im Oktober wieder in seinen Garten einladen.

veröffentlicht am 28.04.2009 um 19:54 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:41 Uhr

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Prachtvoll: dieser üppig grünende Spitzahorn in Guido Müllers Bonsai-Garten. Foto: rr



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