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Lipper Kulturexpertin wirbt für zeitgemäße Jugendarbeit

Bloß keine muffigen Theaterpflichtbesuche!

Lügde. „Ich war noch nie in Lügde“, stellte die seit einem halben Jahr amtierende Leiterin der Kulturabteilung beim Landesverband Lippe, Dr. Doreen Götzky, fest. Auf Einladung des ebenfalls noch jungen SPD-Ortsvereins wollte die gebürtige Hildesheimerin und promovierte Kulturwissenschaftlerin ihre Vorstellungen von einer lippischen Kulturszene vermitteln. Gleichzeitig nahm sie bei dem Treffen die örtlichen Befindlichkeiten der kulturell Tätigen auf.

veröffentlicht am 23.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:36 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Gerade im ländlichen Bereich, so Götzky, werde Kultur in starkem Maße vom ehrenamtlichen Engagement der Bürger getragen, während in Städten und Ballungszentren eher die kulturelle Infrastruktur mit Stadt- und Staatstheatern sowie Orchesterhäusern im Mittelpunkt stehe. 6000 Museen gebe es im Land, und 90 Prozent der Mittel von Kommunen und Ländern flössen in die Kultureinrichtungen, zumeist für Gebäude und Personal. Die Klage beispielsweise von Chören über mangelnden Nachwuchs und allgemein über das Sterben vieler Vereine sind Götzky bekannt, doch eine Wundermedizin dagegen gebe es nicht, bedauert die Expertin. „Auch das Kulturangebot auf dem Lande ist ein Teil des Freizeitmarktes“, stellt sie fest.

Götzky betont, dass „die Zielgruppen immer indifferenter werden und die Kulturinteressen immer heterogener“. Die Jugend sei kreativ und kulturell tätig, sagt die Abteilungsleiterin. Sie vertritt einen weiten Begriff von Kultur. Es stimme nicht, dass es in Deutschland viele kulturferne Menschen gebe, betonte sie, eher müsse man von „Hochkultur-Fernen“ sprechen. Denn es gebe nur etwa acht Prozent Stammnutzer des kulturellen Angebotes, 40 Prozent seien „unterhaltungsorientierte Gelegenheitsnutzer“. Da verwundere es nicht, dass viele Menschen Kultur nicht in Anspruch nehmen, denn dazu Befragte äußerten sich ernüchternd: „Keine Zeit“ oder „das hat nichts mit meinem Leben zu tun“ ließen aufhorchen. „Kulturvermittlung ist notwendig“, schließt Doreen Götzky daraus. Nach ihrer Vorstellung müsste eine niederschwellige Projektförderung vorangetrieben werden. Dazu gehöre, Jugendarbeit aufzubauen, nicht immer an der Geschichte zu kleben, sondern zeitgemäße Jugendkulturarbeit dezentral zu unterstützen und mit den Akteuren vor Ort zusammenzuarbeiten. Auch müssten Kulturerfahrungen durch eigene Aktivitäten von Schülern gefördert werden – anstatt sie durch muffige Theaterpflichtbesuche zu bremsen.

Die Diskussion zeigte, dass Lügde einerseits von seiner Nähe zum Bad Pyrmonter Kulturangebot profitiert, aber auch selbst ein reges kulturelles Angebot vorhält. Andererseits habe die Stadt Schwierigkeiten, sich im lippischen Raum adäquat zu positionieren. Dieter Stumpe und Josef Huppertz beschrieben die Zusammenarbeit mit dem Landesverband als inzwischen direkt und vertrauensvoll und nannten Projekte wie den Lügder Mythenweg oder die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg, die aus Detmold Unterstützung erfahren hatten.

Der Klostersaal ist Garant für ein buntes Kulturprogramm in Lügde – wie Anfang April beim Auftritt von Nessi Tausendschön.

Foto: yt



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