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Montag ist Mühlentag bei Meyers

Blankenburg: Geschichte spüren mit allen Sinnen

LÜGDE/BLANKENBURG. An 364 Tagen im Jahr ist die Blankenburg das ganz normale Wohnhaus von Karola und Ansgar Meyer. Mit bäuerlichem Inventar und Gerätschaften aus einer Zeit, als die Intelligenz noch nicht künstlich war. An Pfingstmontag aber herrscht Ausnahmezustand in der alten Säge-, Mahl-, Öl- und Schleifmühle.

veröffentlicht am 16.05.2018 um 20:28 Uhr

Dieser Deutz-Generator ist nur eine von vielen historischen Sehenswürdigkeiten, die es in der Blankenburger Mühle zu entdecken gilt. Am Pfingstmontag geben Karola und Ansgar Meyer allen Neugierigen ab 10 Uhr Gelegenheit dazu. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Denn auf diesem Tag fällt der Deutsche Mühlentag. Und die Blankenburg ist eins von bundesweit mehr als 1000 Anwesen, die an diesem Tag für neugierige Besucher öffnen.

Deren Anzahl in dem Gebäudekomplex an der Höxterstraße zwischen Lügde und Elbrinxen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. „Als wir die Besucher vor ein paar Jahren mal gezählt haben, kamen fast 700 Menschen an einem Tag“, erinnert sich die Hausherrin. „Und wer einmal da war, kommt irgendwann wieder.“

So ist es jedes Mal eine Mischung aus neuen Besuchern und Stammgästen, die sich an dem vermutlich über 1000 Jahre alten Standort umschaut. So alt sind die funktionsfähigen Maschinen, die zur Feier des Tages angeworfen werden, natürlich nicht. Um eindrucksvolle technische Denkmäler handelt es sich aber allemal. So kann jeder den 1-Zylinder-Deutz-Generator von 1926 laufen sehen und hören. Zudem erwartet die Besucher eine Kurzführung durch das faszinierende alte Gemäuer – inklusive Blick auf das Holz-Sägewerk mit Horizontalgatter, restaurierte Mahlvorrichtungen, Walzenstühle und Transmissionen. Die ebenfalls ausgestellten Dokumente und Fotos erinnern an die Zeit, als die Mühle bis zu zwei Dutzend Leuten Arbeit gab. „Für die Rundumverpflegung wird bestens gesorgt“, versprechen die Gastgeber, die ihren Mühlentag zudem mit kleinen Ausstellungen und Ständen bereichern.

Der Mühlentag in der Blankenburg ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Auch in diesem Jahr freut sich Karola Meyer wieder auf neugierige Besucher. Foto: sbr
  • Der Mühlentag in der Blankenburg ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Auch in diesem Jahr freut sich Karola Meyer wieder auf neugierige Besucher. Foto: sbr

Ein kommerzielles Interesse treibt die Meyers bei ihrer Aktion aber nicht an. Im zehnten Jahr machen sie sich jetzt die Arbeit, um andere Menschen teilhaben zu lassen an der langen Geschichte ihres Hauses und dessen früherer Funktion, aber auch den Geschichten, die daran hängen.

Apropos Geschichte: Die aktuelle Fortsetzung der Abenteuer von Mühlengespenst „Blanki“ dürfte vor allem die ganz jungen Besucher interessierten. „Ich schreibe sie jedes Jahr fort“, sagt Karola Meyer. Ein Pony und ein Esel vom Bioland-Hof Büker sind ebenfalls mit von der Partie, und ein kleiner Streichelzoo öffnet auch. Und Musik könnte es ebenfalls geben. „Bisher kamen meist ganz spontan einige Musiker aus Albaxen vorbei und spielten für uns“, erzählt die Hausherrin.

Für die Meyers hat der Mühlentag auch einen ganz praktischen Nebeneffekt: „Man putzt alles ein bisschen heraus“, sagt Karola Meyer. Eine lädierte Schulter erschwert ihr das allerdings aktuell. Und doch freut sie sich, trotz aller am Mühlen-Event hängenden Mühen, auf Montag. Allein schon, „weil man jedes Mal so viele nette Leute kennenlernt“.

Wer jetzt noch überlegt, ob er den Blankenburg-Besuch vielleicht ein Jahr aufschiebt, sollte wissen: Der kommende Montag könnte der letzte Tag sein, an dem die Meyers die Öffentlichkeit auf ihr Anwesen einladen. „Der Zuspruch hat zwar nicht nachgelassen“, sagt Karola Meyer. „Im Gegenteil.“ Selbst aus Dortmund und Bielefeld habe sie gerade wieder Anfragen bekommen, ob sie denn auch wieder beim Mühlentag mitmachen.

„Aber nicht nur die Mühle wird älter, sondern auch wir“, stellen die Blankenburger fest. „Man soll ja aufhören, wenn‘s am schönsten ist.“ Zudem möchten die Meyers ihren bis zu zwei Dutzend freiwilligen Helfern, die sie jedes Jahr unterstützen, irgendwann auch wieder mal ein freies Pfingstwochenende gönnen.

Die Blankenburg (Blankenburg 1, Lügde) öffnet an Pfingstmontag, 21. Mai, von 10 bis 18 Uhr zu Mühlenbesichtigungen und Vorführungen. Der Eintritt ist frei.



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