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Hubert Klenner will das Anhalter-Projekt „Mitfahrbank“ installieren / Jetzt berät die Politik

„Bitte mitnehmen!“ auch in Lügde?

Lügde. Eine „Mitfahrbank“ ganz so wie in Osterwald im Nachbar-Landkreis Hameln-Pyrmont wünscht sich Hubert Klenner für Lügde. Wer sich draufsetzt, signalisiert den Autofahrern, dass er aufgesammelt werden will. Das Projekt könnte Menschen ohne Auto mobiler machen. Jetzt sollen die Politiker darüber beraten.

veröffentlicht am 17.12.2015 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Klaus Titze und Juliane Lehmann
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Lügde. In anderen kleinen Orten gibt es sie schon länger: die Mitfahrbänke. So hat in Lippes Nachbarlandkreis Hameln-Pyrmont die Salzhemmendorfer Initiative erst kürzlich einen Förderpreis für íhr Anhalter-Projekt in Osterwald bekommen (wir berichteten). Solche Mitfahrbänke wünscht sich Hubert Klenner (FWG) auch für Lügde. Und die Idee ist so einfach wie günstig: Wer sich auf die markierten Möbel setzt, zeigt freundlichen Menschen hinterm Steuer vorbeifahrender Autos: „Ich möchte mit!“

Darauf gekommen war eine Psychologin in Rheinland-Pfalz, als sie eine Lösung für ein Mobilitätsproblem suchte: Weil der Bahnhof ein Stück außerhalb ihres Eifel-Städtchens Speicher steht, überlegte sie, wie die Lücke zu überbrücken sei. Denn am Bahnhof fahren mehr Züge ab, als Busse aus Speicher dorthin unterwegs sind.

Vor vier Monaten hatte Hubert Klenner die Idee erstmals für Lügde ins Gespräch gebracht (wir berichteten). Jetzt stellte der FWG-Ratsherr sie im Fachausschuss für Ordnung, Umwelt und Forsten noch einmal ausführlicher vor. „Im Lipper Bereich gibt es noch kein solches Projekt, und so könnte Lügde innovativer Vorreiter werden“, glaubt der Kommunalpolitiker.

Das Trampen selbst ist zwar keine neue Idee. Mancher heute reife Lügder dürfte in jungen Jahren selbst den Daumen hochgehalten haben, wenn er vom Fleck wollte. Aus unterschiedlichen Gründen: Ein Klassiker war „Bus verpasst“. Oder die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel passten nicht zum eigenen Lebensplan. Zudem hatte mancher weder ein Auto noch genügend Geld fürs Taxi.

So ähnlich geht es heute wieder vielen Menschen. Auch und gerade unter den Älteren. Denn die Busnetze werden aus Spargründen eher abgespeckt als ausgebaut. Wer nicht mobil ist, bleibt auf der Strecke, wenn ihn kein Angehöriger oder Freund chauffieren kann. Denn es gibt längst nicht mehr in jedem Dorf alles Notwendige zu kaufen. Und die medizinische Versorgung durch Ärzte und Apotheken dünnt auch zunehmend aus.

Da könnte die Möglichkeit zur spontanen Mitfahrgelegenheit sehr praktisch sein. Nicht als Konkurrenz zu den Linienbussen, sondern als Ergänzung. Das Besondere an den Mitfahrbänken: Es reicht, darauf Platz zunehmen und sein gewünschtes Fahrtziel auf einem Schild anzuzeigen. Niemand muss sich mehr überwinden, am Straßenrand den Daumen rauszuhalten, wenn er aufgesammelt werden will..

„Gerade in unserer Region, in der zu den Ortsteilen eine recht schwache Infrastruktur der Öffis vorhanden ist, wäre es eine Alternative Menschen mobiler zu machen“, glaubt Hubert Klenner. Zudem sieht er in einer solchen Initiative die Chance, die Ortsteile näher zusammenzubringen.

Damit seine Lügder Politiker-Kollegen sich mit der Idee vertraut machen können, bevor sie darüber beraten, hat der FWG-Ratsherr ihnen seine Idee jetzt auch schriftlich gegeben.

Einige Ausschussmitglieder nahmen Klenners Anregung nun gleich auf und gingen ins Detail: Sie brachten Vorschläge zu möglichen Bank-Standorten oder -Farben. Zudem wurde betont, dass eine solche Mitfahrgelegenheit die Menschen nicht nur aus ihren Dörfern heraus-, sondern auch wieder zurückbringen sollte – insbesondere in weit entfernte Ortsteile wie zum Beispiel Köterberg oder Hummersen. Und beworben werden müsse ein solches Angebot auch.

Dem Ausschussvorsitzenden Michael Mundhenk (CDU) ging die sich entwickelnde Arbeitsgruppenatmosphäre dann aber doch zu weit. Er verwies das Thema schließlich zur weiteren Beratung in die Fraktionen.



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