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Was Lippes Landrat mit Meinolf Haase zu feiern hat

Bevölkerungsschutz als Berufung

Lippe/Lügde. „Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann lässt er nicht mehr locker“, sagt Friedel Heuwinkel über Meinolf Haase, der sich durchaus als Nervensäge betätigen kann. „Dann steht er auch schon mal mehrmals bei mir auf der Matte. Aber das ist dann doch eine Eigenschaft, die ich eher schätze.“ Keine Frage also: Lippes obersten Bevölkerungsschützer Haase hat bei seinem Chef, dem Landrat, einen Stein im Brett. Dieser Eindruck drängte sich jedenfalls auf, als der Kreis jetzt zum zehnjährigen Bestehen des lippischen Bevölkerungsschutzes nach Lemgo einlud. Dabei zeigte sich auch der Lügder Haase zufrieden mit seinem Job: „Ich kann etwas bewegen, und Bevölkerungsschutz war schon immer eine Berufung für mich. Und so werde ich hier auch wirklich keine Ruhe geben, bis nicht das Beste für die Menschen erreicht ist“, sagte er.

veröffentlicht am 07.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:41 Uhr

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Geschützt wurde Lippes Bevölkerung zwar auch schon irgendwie davor. Doch dann baute Haase den Regiebetrieb Bevölkerungsschutz auf. „Wir haben die Stelle bundesweit ausgeschrieben und viele Bewerbungen bekommen“, erinnert sich Landrat Heuwinkel. „Für Meinolf Haase habe ich mich entschieden, weil er zum einen als Stadtbrandmeister von Lügde die Sprache der Feuerwehrkameraden spricht und zum anderen in der freien Wirtschaft seine kaufmännische Kompetenz unter Beweis stellte.“

Der Regiebetrieb Bevölkerungsschutz ist Träger des Rettungdienstes, in seiner Leitstelle werden die Anrufe der Notrufnummer 112 entgegengenommen und die Rettungswagen koordiniert, die an elf Standorten auf ihren Einsatz warten. „Da werden deutlich über zehn Millionen Euro im Jahr umgesetzt“, betont Heuwinkel die Notwendigkeit, die kaufmännische Sicht nicht zu vernachlässigen. Wigbert Gruß, Ordnungsamtschef im Detmolder Kreishaus, dem der Regiebetrieb zunächst unterstellt war, weiß um die Herausforderung für einen Beamten, neben den rechtlichen Gesichtspunkten auch ökonomische Aspekte zu würdigen. „Das haben die nicht gelernt. Die kennen ihr Regelwerk wie Gesetzestexte und Verwaltungsvorschriften und überlegen sich für ein Problem eine Lösung, das diesem Regelwerk entspricht. Deshalb war es für diesen Betrieb gut, mit Haase einen Quereinsteiger gefunden zu haben, der das Geld nicht aus den Augen verliert.“

„Wir mussten in den zehn Jahren viele neue Strukturen schaffen, und dabei auch viele unterschiedlichste Interessen unter einen Hut bringen“, erzählt der Landrat, dem Meinolf Haase als Chef des Bevölkerungsschutzes direkt untersteht.

Hand in Hand: Im Bevölkerungsschutz ist die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte von großer Bedeutung, wie hier bei einer Übung.

Dass es mittlerweile Notarztautos gibt, auf deren Tür die Logos des DRK, der Malteser und der Johanniter prangen – also eigentlich dreier Konkurrenten auf dem Markt des Rettungswesens –, sei schon ein großer Erfolg, an dem Haase nicht unwesentlich beteiligt sei.

„Klar, er musste sich erst in seine Aufgabe hineinfuchsen, musste mit vielen Institutionen klarkommen und Mitarbeiterführung lernen, aber das hat er gut hinbekommen“, lobt Heuwinkel und bekommt dabei Zustimmung von Sven Woydak. Der Dienstgruppenleiter der Leitstelle sagt: „Wir sind hier ein gutes Team und verstehen uns prima. Das ist auch das Ergebnis einer offenen kollegialen Atmosphäre, für die unser Chef Haase steht.“

Übrigens: In zehn Jahren Bevölkerungsschutz sind in der Feuerschutz- und Rettungsleitstelle drei Millionen Anrufe eingegangen, 390 124 Rettungseinsätze wurden gefahren, 12 831 Mal stand die Brandsimulationsanlage am Feuerwehr-Ausbildungszentrum (FAZ) „in Flammen“, 80 000 Schläuche mit einer Gesamtlänge von 1600 Kilometern wurden gereinigt sowie 66 623 Atemluftflaschen geprüft und mit fast 120 Millionen Litern lippischer Luft gefüllt. yt/red



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