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Spitzen-Hersteller schließt zum Monatsende den Betrieb / 58 Menschen betroffen

Bei „Corvett“ gehen die Lichter aus

Lügde (jl). Noch am Dienstag hatte „Corvett“-Insolvenz- verwalter Dr. Sven-Holger Undritz davon gesprochen, dass nur noch ein zahlungskräftiger Investor den Dessousspitzen-Hersteller retten könne (PN von gestern). Das klang zwar alles andere als optimistisch. Aber dass das Ende des traditionsreichen Lügder Betriebs so nah war, ließ der Hamburger Jurist da noch nicht durchblicken.

veröffentlicht am 11.03.2009 um 20:48 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 07:21 Uhr

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Mittlerweile aber hat der Restrukturierungs-Experte der Hamburger Sozietät „White & Case“ die Reißleine gezogen: Bei einer Betriebsversammlung informierte sein Kollege Dr. Henning Mordhorst die Belegschaft gestern Nachmittag darüber, dass die Arbeit in dem seit fünf Monaten insolventen Betrieb eingestellt wird. Das Gros der verbliebenen 58 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll noch in diesem Monat die Kündigungen erhalten. Ab 1. April sind dann die meisten freigestellt – bis auf einige wenige, die dann noch offene Aufträge abarbeiten sollen.

Interimsmanager suchte bis zuletzt einen Investor

Mit „Wirklich überrascht hat uns das nicht“ kommentierte der Betriebsratsvorsitzende Michael Eichmann die Hiobsbotschaft. „Die Produktion wurde seit Februar immer weiter zurückgefahren. Es war ein Sterben auf Raten.“ Dabei habe der vom Insolvenzverwalter eingesetzte Interimsmanager bis zum Schluss einen Investor gesucht.

Was die Hoffnung letztlich sterben ließ, war die aktuelle Wirtschaftskrise. „Wir haben seit Oktober gesucht und bis zuletzt mit einem potenziellen Käufer aus Sachsen verhandelt“, sagte Mordhorst gestern. Doch „Dresdner Spitzen“ habe die zur Übernahme notwendige Summe, einen Betrag im „mittleren sechsstelligen“ Bereich, nicht aufbringen wollen. Hinzugekommen seien massive Auftragseinbrüche im Februar. „Das hat unsere Rechnung für den bis Jahresende aufgestellten Finanzplan unrealistisch gemacht“, so Mordhorst weiter.

Wie hoch die Abfindungen sein werden, auf die die Mitarbeiter hoffen können, ist noch ungewiss. „Das richtet sich nach der Summe, die wir beim Verkauf der Insolvenzmasse erlösen.“ Deshalb wollen die Experten laut Mordhorst versuchen, beim Verkauf unter anderem des Warenlagers „von erheblichem Wert“ höchstmögliche Erlöse zu erzielen. Mit einer Abfindung könnten dann auch die 35 Mitarbeiter rechnen, die bereits im November gekündigt wurden. Wirklich viel werden sie allerdings nicht erwarten können. Denn laut Gesetz kann die Abfindungssumme aus maximal einem Drittel der Insolvenzmasse oder maximal zweieinhalb Monatsgehältern bestehen.

Die Chancen der Corvett-Belegschaft auf dem Arbeitsmarkt sind derzeit, konjunkturbedingt, auch nicht gut: Von den 35 bereits Gekündigten hat bisher kaum jemand einen neuen Job, und auch die Noch-Mitarbeiter – alle zwischen 40 und 50 Jahre alt – haben ihre Bewerbungen wieder zurückbekommen.

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