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Mitarbeiter kommen an Standorten in Hameln und Holzminden unter

Baustoffhandel Schaper gibt Standort Lügde auf

LÜGDE. Das Traditionsunternehmen Baustoffe Schaper, dass vor 117 Jahren in Lügde zunächst am Bahnhof gegründet worden ist, verlässt seine Gründerstadt und wird sich laut Geschäftsführer Kai Wiencke in dieser Region auf die Standorte Hameln und Holzminden konzentrieren. Sämtliche Mitarbeiter des Lügder Betriebes, die den Wunsch äußerten, weiterhin dem Baustoff-Unternehmen angehören zu wollen, werden zukünftig ihren Arbeitsplatz in einer dieser regionalen Niederlassungen finden.

veröffentlicht am 30.08.2018 um 13:50 Uhr
aktualisiert am 30.08.2018 um 19:10 Uhr

Ab September ist nur noch die Verwaltung des Unternehmens am Standort Lügde. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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Die Firma Schaper-Baustoffe ging bereits vor rund fünf Jahren mit einem 80-prozentigen Anteil in der Team-Gruppe auf, einem Handelsunternehmen in den Geschäftsfeldern Energiehandel, Tankstellen, Baumärkte und Baustoffhandel mit annähernd 300 Standorten. Seit diesem Jahr gehört Schaper-Baustoffe zu 100 Prozent der Team-Gruppe, wobei der Name Schaper aufgrund seines Bekanntheitsgrades in der Region immer noch beibehalten worden sei.

„Dass wir nun den Standort Lügde aufgeben und uns auf die beiden verbleibenden Standorte Hameln und Holzminden konzentrieren, hat etwas mit betriebswirtschaftlicher Verantwortung zu tun“, sagt Kai Wiencke. Der Markt für die Kundenbedienung habe sich deutlich verändert. Während früher der Kunde mit Pferd und Wagen die notwendigen Baustoffe für Bauvorhaben in der nahen Umgebung abgeholt habe, würden heutzutage Digitalisierung und große Transportfahrzeuge dominieren.

Bestellungen liefen im digitalen Netz und Zulieferungen von irgendwo her. Man sei eben auf Orts- oder regionale Nähe nicht mehr angewiesen, um den erforderlichen Baubedarf zu decken.

Die Welt habe sich nun mal verändert und das habe auch Auswirkungen auf kleinere Standorte. Diese müssten, unabhängig von globalen Veränderungen, dennoch für die ortsnahen Kunden von 7 bis 18 Uhr wie auch am Wochenende erreichbar sein und das gewünschte beziehungsweise benötigte Material vorhalten.

„Wir haben insofern auch eine Verantwortung für unsere Mitarbeiter und deshalb sind wir auch bemüht, so weit sie den Wunsch haben, weiterhin in unserem Betrieb beschäftigt zu sein, sie auch an einem der verbleibenden Standorte zu halten“, erläutert der Geschäftsführer und ergänzt, dass dies bei einem Großteil der elf Beschäftigten am Standort Lügde gelungen sei.

Zwar habe man erst Ende Juli das Vorhaben der Schließung zum Ende des Monats August in einer Mitarbeiterversammlung öffentlich gemacht, doch inzwischen seien auch die Mitarbeiter davon überzeugt, dass dies der bessere Weg gewesen sei, zumal sich eine Weiterbeschäftigung als Perspektive ergeben habe. Ein längeres Hinauszögern der Schließung mit dem allmählichen Auflösen hätte wahrscheinlich emotional wesentlich mehr belastet.

So mancher Lügder oder Bürger aus der Umgebung dürfte dieses Traditionsunternehmen vermissen. Das trifft auch auf Bürgermeister Heinz Reker zu. „Schaper gehört zu Lügde wie die Kilianskirche oder die Osterräder, ist eben eine Institution“, sagt er spontan und erinnert sich dabei an die Beteiligung der Firma an den Emmer-Messen, wo sie beispielsweise 2016 mit einer vielbeachteten Berufsmodenschau auftrat. „Wenn einem beim Bau mal kurzfristig Zement oder sonst etwas fehlte, bei Schaper hat man immer das Erforderliche gefunden, manchmal auch außerhalb der Geschäftszeit“, spricht er aus eigener Erinnerung.

Solche positiven Erfahrungen scheinen auch andere gemacht zu haben, die im sozialen Netzwerk voll des Lobes über den Baustoffhandel waren. So schrieb ein Kunde beispielsweise von einem echten Geheimtipp für ambitionierte Bauprojekte, gute Auswahl und vor allem freundliche und engagierte Beratung. Was sich nun anstelle des Baustoffhandels niederlassen wird, sei laut Reker und Wiencke noch nicht in trockenen Tüchern. „Wir arbeiten beide daran“, wie Reker es ausdrückte, denn an einem Leerstand gäbe es beiderseits kein Interesse.



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