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Werke von Biber erklingen in Lügde

Barocke Töne in der Kilianskirche

LÜGDE. Ohne Zweifel gehört Heinrich Ignaz Franz Biber, 1644 im damals böhmischen, heute tschechischen Wartenburg geboren und 1704 in Salzburg gestorben, vom Bekanntheitsgrad her in die zweite Reihe der Komponisten seiner Zeit.

veröffentlicht am 10.06.2019 um 16:03 Uhr

Christiane Klein, Annegret Siedel, Kate Green und Simon Linné (von links) brillierten am Pfingstsonntag im Rahmen der 31. Reihe der Musikwochen Weserbergland in der Lügder Kilianskirche mit Werken des Barockkomponisten Heinrich Ignaz Franz Biber. Fot
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Da bestimmen dann eher die Werke seiner, allerdings auch erst rund 40 Jahre nach ihm geborenen Zeitgenossen wie Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann die Programme jener Ensembles, die sich vornehmlich der Barockmusik verschrieben haben. So blieben beispielsweise Bibers 1676 vollendete „Rosenkranzsonaten“ nachfolgenden Generationen weitestgehend unbekannt, ja, das Notenwerk wurde gar erst 1905 erstmals publiziert und damit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Zum Glück gehört es aber zum Konzept der Musikwochen Weserbergland, die in diesem Jahr bereits zum 31. Mal durchgeführt werden, dem interessierten Publikum auch Werke unbekannterer Komponisten anzubieten. So kam es am Pfingstsonntag in der Lügder Kilianskirche in den Genuss von sieben Sonaten und einer Passacaglia aus Bibers insgesamt 15-teiligem Rosenkranz-Zyklus. Ausführende waren Annegret Siedel (Barockvioline), Kate Green (Barockvioloncello), Simon Linné (Barocklaute) und Christiane Klein (Orgel).

Soweit die eher nüchternen Aussagen des ansonsten sehr liebevoll gestalteten und höchst informativen Programmheftchens, das dem Publikum für das Konzert an die Hand gegeben wurde. So fanden sich darin neben Erläuterungen zu den einzelnen Kompositionen sowie biografischen Hinweisen auf den Komponisten vor allem auch die Abbildungen jener medaillonförmigen Kupferstiche, die Biber seinerzeit seinen Kompositionen an die Seite gestellt hatte und die heute durchaus zum Verständnis der Sonaten beitragen können. Denn wenn sie auch frühe Beispiele für das Genre „Programmmusik“ sein mögen, zur „leichten Kost“ gehören die Kompositionen, mit denen der Barockmeister Szenen aus dem Kirchenjahr von der Adventszeit bis zum Pfingstfest beschreibt, nun wahrlich nicht.

Dem musikalischen Hochgenuss, der dem Auditorium geboten wurde, konnte der recht hoch angesiedelte Schwierigkeitsgrad indes keinen Abbruch tun. Dafür standen die drei Musikerinnen und der Musiker im Chorraum der Lügder Kilianskirche. Allen voran ist da die Violinistin Annegret Siedel zu nennen. Sie ist nicht nur eine anerkannte Kennerin Bibers und seiner Werke und übrigens auch Verfasserin der Texte im Programmheft, sondern vor allem eine absolut begnadete Musikerin, die es versteht, den Werken Bibers zu wahrem Glanz zu verhelfen. Überdeutlich kam das in der für Solovioline komponierten Passacaglia zum Ausdruck. Dabei standen ihr die Cellistin Kate Green, Simon Linné an seiner – schon optisch beeindruckenden – Barocklaute und Kreiskantorin Christiane Klein am Orgelmanual in nichts nach. Sie waren keineswegs in den Hintergrund gedrängt, sondern nahmen sich, mit der Begleiterrolle bedacht, aus freien Stücken zurück und erhielten doch immer wieder Gelegenheit, ihre eigene Virtuosität unter Beweis zu stellen.

Das Publikum wusste all das sehr wohl zu schätzen und bedankte sich am Ende des Konzerts mit spontan aufbrandendem und lang anhaltendem Applaus.



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