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Polizei kassiert an Schleichwegen ab

Autofahrer sauer über Umleitung

Elbrinxen / Sabbenhausen (jl). So sehr sich die Fußgänger und Radfahrer auf den Radweg-Lückenschluss zwischen Sabbenhausen und Elbrinxen freuen, so sauer stößt den Autofahrern die vom Kreis Lippe ausgegebene Umleitung auf: Der offizielle Weg über Wörderfeld, Falkenhagen und Rischenau ist nämlich mit elfeinhalb Kilometern fast neun Kilometer weiter als die gesperrte K 66 – und auch um einiges länger als die diversen Schleichwege, auf die Ortskundige seit Ende September ausweichen.

veröffentlicht am 13.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

Der Durchgangsverkehr muss am „Vennerbruch“ in Elbri
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„Sehr unerfreulich“ findet die Verkehrsregelung FWG-Ratsherr Jürgen Hundertmark aus Sabbenhausen, der seinem Ärger über das Thema neulich im Bauausschuss Luft machte. Und geradezu unmöglich findet nicht nur er, dass die Polizei an den Wirtschaftswegen nun auch noch kontrolliert und abkassiert. Etliche Autofahrer hätten schon 15 Euro zahlen müssen. Wieviele Ortskundige die Beamten ertappt haben, „will und kann“ Lippes Polizeisprecher Uwe Bauer nach eigenem Bekunden nicht sagen. Nur soviel verrät er: „Die Kollegen stehen sporadisch dort.“ Allerdings bleibe es den Beamten überlassen, ob sie nur eine Verwarnung aussprächen oder ein Verwarnungsgeld verhängten.

„Man hätte die Streckenführung im Vorfeld mit der Jagdgenossenschaft und den Landwirten absprechen sollen, deren Wege die Autofahrer jetzt benutzen“, kritisiert Elbrinxens Ortsbürgermeister Hermann Wenneker (CDU), der die „große Lösung“ für die Umleitung ebenfalls „sehr unglücklich“ nennt und auch die Ausschilderung „nicht in Ordnung“ findet. Zudem hätten die Tankstelle und der Schlachter in Sabbenhausen erhebliche Umsatzeinbußen, wenn die Elbrinxer Kundschaft ausbleibe.

Im Bauausschuss hatte Bauamtsleiter Günter Loges erklärt: „Dass kontrolliert wird, ist mir neu.“ In die Verhandlungen mit Kreis und Straßenverkehrsamt sei auch kein Ortsbürgermeister eingebunden worden, obwohl das Lügder Ordnungsamt involviert gewesen sei.

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„Wenn wir damit etwas zu tun gehabt hätten, dann hätten wir die Umleitung auf jeden Fall besser beschildert“, sagt hingegen Ordnungsamtsleiter Karl-Heinz Köhne, der nach eigenem Bekunden nur von einer Beteiligung des Lügder Bauamts weiß. Wie Hermann Wenneker, so bringt jedoch auch Köhne Verständnis für die Sorgen des Schleichwege-Anlieger auf. „Die Jagdgenossen und die Landwirte wollen ihre Wege nicht kaputtgefahren kriegen“, so Köhne. Und „Am Teiche“ in Ratsiek lebten Familien, deren Kinder den derzeitigen Durchgangsverkehr schlicht nicht gewöhnt seien.

Ein Anlieger dort hat übrigens schon zur Selbsthilfe gegriffen: Damit die Autofahrer vom Gas gehen, wenn sie an seinem Grundstück vorbeifahren, blockieren Strohballen am Straßenrand die freie Durchfahrt. Ein Trost bleibt den Beteiligten immerhin: Die Arbeiten ander K 66 liegen im Plan. Wenn alles gutgeht, ist die Straße im November wieder frei.



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