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Warum Lippes Verkehrswacht Lügde beehrt und in Rischenau auch Viertklässler eingeschult werden

Ausnahmezustand allerorten

Lügde/Rischenau. Da können Ältere nur staunen. Aber der Trend hält an: Je weniger Kinder eingeschult werden, desto größer wird das Ereignis begangen. Da machen sich ganze Familien fein, werfen auch ihren Nachwuchs für den großen Tag in Schale, um die Einschulung gebührend zu feiern.

veröffentlicht am 06.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:00 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Abgesehen vom immerhin liebevoll mit Krepppapierschlangen und Luftballons geschmückten Bauzaun vor der werdenden Eingangstreppe war diesmal aber noch etwas anders als sonst in der St.-Marien-Grundschule: Erstmals startete Lippes Verkehrswacht ihre kreisweite Schulanfangs-Aktion in Lügde.

Weil die Einschulungstermine in Nordrhein-Westfalen – anders als in Niedersachsen – stets unter der Woche liegen, mussten sich gestern nicht nur die berufstätigen Eltern freinehmen, sondern auch Ehrenamtliche wie Friederike Saueressig. Gemeinsam mit Karl Horst und Brigitte Puchert verteilte sie Faltblätter mit lebenswichtigen Tipps an die Eltern, während die Kinder nützliche Geschenke bekamen. „Wir sind einen ganzen Eimer Blinkies losgeworden, und haben nur noch ein paar Leuchtarmbänder“, sagt Puchert.

Den Eltern wollten die eigens aus Lemgo angereisten Ehrenamtlichen vor allem klarmachen, dass sie sich Zeit nehmen müssen, um ihren Kindern den sichersten Schulweg geduldig anzutrainieren – so mühsam das auch ist. „Eigentlich ist es dafür jetzt fast schon zu spät“, sagt Saueressig. „Denn die Kinder müssen nun klarkommen.“

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Weil die Verkehrswacht aber weiß, wie impulsiv die jüngsten Verkehrsteilnehmer unterwegs sind, wollen die Experten auch auf die Autofahrer einwirken. An mehreren Stellen der Emmerstadt hängen deshalb die gelben Banner mit dem Aufdruck „Brems Dich – Schule hat begonnen“. Denn die Großen hinterm Steuer müssen die fehlende Aufmerksamkeit der Kleinen ausgleichen.

Damit meint Friederike Saueressig jedoch nicht unbedingt die Mütter, die ihre Kinder am liebsten im Auto vor die Klassentür fahren würden. „Das konnte ich gar nicht glauben“, erzählt die Fachfrau, die am Donnerstag noch anderes über Lügder Gefahren erfahren hat: „Der fehlende Radweg an der Hohenborner Straße nach Holzhausen ist für Eltern ein Problem“, hat sie gehört. Und auch, dass mancher Autofahrer mit Ziel Golfplatz gerade im Sonnenhof-Gebiet zu viel Gas gibt, wird sie sich merken.

Schulleiterin Anneli Runte sehnt indes den Tag herbei, an dem der Eingang fertig ist. „Das ist schon eine heftige Einschränkung“, sagt sie mit Blick etwa auf die Barrieren auf dem Weg zu den Toiletten.

Dass der überraschend notwendig gewordene Mehraufwand sie während des Schulbetriebs zum Arbeiten zwingt, erschwert auch den Männern auf der Baustelle den Job. Denn immer ein Auge auf Kinder haben zu müssen und die Arbeiten danach zu richten, macht die Sache nicht einfacher. „Denn wir passen natürlich auf“, versichert einer der Männer.

Ein bisschen Ausnahmezustand herrscht derzeit auch noch in Rischenau, wo der OGS-Hausaufgabenraum noch nicht fertig ist. „Aber wir improvisieren“, sagt Schulleiterin Barbara Gutenbeil, der unter anderem auch die neuen Schulbus-Touren samt Baustelle diesmal einen „ziemlich rödeligen“ Schuljahresstart bescheren. „Wir müssen immer ganz genau gucken, welches Kind wir in welchen Bus schicken“, sagt sie mit Blick auf die nun drei statt zuvor zwei Busse an der Schul-Haltestelle.

Von der Einschulung selbst und vor allem den Beiträgen der älteren Schüler zeigt sie sich aber schwer begeistert: „Das haben die Kinder ganz toll gemacht“, lobt die das Willkommenslied der zweiten sowie das Kurz-Musical der dritten Klasse für die Neuen.

Apropos: Zu denen zählten gestern nicht nur die ABS-Schützen, sondern auch eine komplette vierte Klasse. Die muss sich nun nach der Auflösung des Standortes Elbrinxen in Rischenau eingewöhnen.

Brigitte und Karl Horst Puchert verteilten vorm geschmückten Bauzaun auf dem Lügder Schulhof nützliche Geschenke an die Schulkinder. Ihren Vorrat an Blinkies und Leuchtarmbändern werden die Verkehrswacht-Aktivisten im Handumdrehen los. jl

Rischenaus Erstklässler werden in der Aula von der ganzen Schule begrüßt – ebenso wie die 4a, die aus Elbrinxen dazugekommen ist.

S. Vermeulen



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