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Sabbenhausener Gastronomie-Immobilie „Zum Klosterberg“ unterm Hammer

Auktion in Köln soll es am Freitag bringen

veröffentlicht am 14.09.2016 um 20:27 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:12 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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SABBENHAUSEN. Es ist eins dieser Gebäude, die ein echter Hingucker sind im Ort: das Restaurant „Zum Klosterkrug“ in Sabbenhausen. Familie Meinberg hat den über 100 Jahre alten roten Klinkerbau und den späteren Anbau ihres Traditionslokals an der Hauptstraße, direkt gegenüber dem Kindergarten hinterm Dorfplatz, bestens in Schuss gehalten. Und sie tut das noch immer – bis hin zu den Geranien in leuchtendem Pink und Lila, die die Blumenkästen auf den Fensterbrettern und vor dem Gebäude schmücken.

Den Schwerpunkt bildet heute der Partyservice, den Karl und Sonja Meinberg betreiben. Aber vor allem an den Wochenenden ist auch im Restaurant viel zu tun. Wer etwas zu feiern hat, steuert gern den Klosterberg“ an. „Gerade hatten wir eine Silberhochzeit“, sagt Karl Meinberg. „Und eigentlich sind wir bis Silvester ausgebucht.“

Was im nächsten Jahr aus seinem Betrieb wird, weiß der Gastronom allerdings noch nicht. Denn am Freitag kommt sein Wohn- und Geschäftshaus in Köln unter den Hammer – bei einer Versteigerung der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG (WDGA).

Das Unternehmen versucht, Immobilien im Auftrag der Eigentümer an den Mann oder die Frau zu bringen. Mit dem unter anderem im Raum Lippe tätigen WDGA-Mann Gerhard Bein kommen Hausbesitzer häufig dann ins Geschäft, wenn bisherige Verkaufsversuche erfolglos geblieben sind.

Über seine Beweggründe, sich von seiner historischen Immobilie trennen zu wollen, mag Karl Meinberg nicht viele Worte machen. Nur das: „Wir möchten nicht noch mit 80 arbeiten.“ Von diesem Alter trennen ihn zwar noch 14 Jahre. Aber es braucht nicht viel Phantasie, um zu verstehen, dass ein 66-Jähriger es in absehbarer Zeit auch gern mal etwas ruhiger angehen lassen würde. Befreit von der Verantwortung für die immerhin fast 1000 Quadratmeter Nutzfläche mit Gastraum, großem Saal und zwei Wohnungen.

Da dürfte es Meinberg so gehen wie anderen Restaurantbetreibern und Hoteliers in der Gegend. Auch sie gäben ihre Betriebe gern an vertrauenswürdige Nachfolger ab. Doch von denen laufen nicht allzu viele frei herum. Und wer sich selbstständig machen will, den zieht es eher selten in die Provinz. Denn hier brummt ein Laden unter der Woche eher nicht.

Das Mindestgebot für das Sabbenhausener Gebäude beträgt 49 000 Euro. Das ist ein Bruchteil der früheren Preisvorstellungen. „Sabbenhausen ist nicht der Nabel der Welt“, sagt Gerhard Bein. Er betrachtet den Komplex als „bestens geeignet für Seniorenwohnungen“. Zwei, drei Interessenten gebe es bereits, deutet der Makler an, der früher als Stadtkämmerer von Horn-Bad Meinberg arbeitete.

Im Laufe der letzten Jahre hat die WDGA diverse Lügder und Pyrmonter Immobilien versteigert. Das Risiko dabei, sofern es keine Nutzungsbeschränkungen gibt: Was die Käufer aus den Häusern machen, bleibt ihnen überlassen. So beherbergen Teile des früheren Bau-Meier-Verwaltungsbaus in Elbrinxen heute eine Wachkoma-Wohngemeinschaft, während etwa das Pyrmonter Liboriushaus und zwei Gebäude in Lügdes Mittlerer Straße auch mehr als zwei Jahre nach ihrer Auktion noch so leer stehen wie zuvor.

Bleibt also zu hoffen, dass sich ein seriöser, solventer Interessent in den alten Backsteinbau „Zum Klosterberg“ verliebt – und ihn sinnvoll nutzen will und kann.



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