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„Natürlichen Lebensraum nahebringen“

Auf diesem Reiterhof geht es um die Natur

RISCHENAU. Auf dem Reiterhof von Gaby Rinne in Rischenau geht es nicht nur um das Reiten. Bei ihr sollen die Kinder auch dem natürlichen Lebensraum näherkommen. Denn ihr Credo ist: „Nur, wer bereits als Kind gelernt hat, die Vorgänge in der Natur zu verstehen, kann sich als Erwachsener für ihren Erhalt einsetzen.“

veröffentlicht am 08.02.2019 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 08.02.2019 um 20:00 Uhr

Auf dem Freizeit-Reiterhof „Zwei Schwalben“ haben alle Kinder die gleichen Rechte und Pflichten. foto: br
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Eine nicht nur unter Reitern verbreitete Weisheit besagt: „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ Und zweifellos hat dieser Spruch auch bei den Kindern seine Berechtigung, die immer wieder in den Ferien und zusätzlich auch an so manchem Wochenende auf „Zwei Schwalben“ in Rischenau zu Gast sind. Wie gesagt: „auch“; aber eben nicht ausschließlich.

Denn das ist das Konzept, das Gaby Rinne auf ihrem Freizeit-Reiterhof in Rischenau verfolgt und strikt einhält: „Das Reiten an sich steht bei mir für die Kinder keineswegs im Vordergrund. Vielmehr geht es mir darum, meinen jungen Gästen ihren natürlichen Lebensraum nahezubringen.“ Entsprechend lautet ihr Credo: „Nur, wer bereits als Kind gelernt hat, die Vorgänge in der Natur zu verstehen und sie deshalb zu lieben, kann sich als Erwachsener auch für ihren Erhalt einsetzen.“

Rein äußerlich zeigt sich das schon daran, dass es auf dem Hof neben fünf Ponys und zehn Pferden, von denen einige Pensionspferde sind, auch zwei wehrhaft schnatternde Gänse, zehn glückliche Hühner, etliche meckernde Ziegen und blökende Schafe sowie zwei treue Hunde und jede Menge verschmuste Katzen gibt.

„Eigentlich ganz so, wie auf einem herkömmlichen Bauernhof“, sagt die Inhaberin im Gespräch mit dieser Zeitung, die übrigens, worauf sie nachgerade besteht, von Jung und Alt auf ihrem Hof schlicht „Gaby“ genannt wird.

Denn darum geht es ihr: „Ihre“ Kinder sollen nicht nur Reiten lernen und Reiten dürfen, sie sollen dabei sehr wohl auch das ländliche Leben in all seinen Facetten erfahren können – sowohl auf dem Hof selbst als auch und vor allem in seiner Umgebung. Da gehören dann Arbeiten wie zum Beispiel Pferde striegeln und Ställe ausmisten ganz selbstverständlich zu den Aufgaben der jungen Gäste.

Und diese werden von ihnen nicht nur mit der gleichen Selbstverständlichkeit, sondern geradezu mit Feuereifer verrichtet, gerade so, wie sie den Ponys und Pferden auch mit liebevollem Eifer Zöpfe in Schweif und Mähne flechten, wenn es gilt, die Tiere hübsch herauszuputzen. Das ist beispielsweise immer dann der Fall, wenn die Anlage für einen Kindergeburtstag angemietet worden ist.

Doch bevor nun das Bild von Kinderarbeit heraufbeschworen wird: „Damit hat der Ferienaufenthalt auf ,Zwei Schwalben‘ nun absolut nichts zu tun“, bestätigen Eltern der jungen Gäste und fügen hinzu: „Die machen das richtig gerne.“

Was vielleicht daran liegt, dass das Wort „Gleichberechtigung“ auf dem Hof keine leere Worthülse ist, weil nämlich, wie Gaby betont, „alle Kinder die gleichen Rechte und Pflichten haben“ oder, wie eine Mutter es ausdrückt, „weil meinen beiden Mädchen hier Struktur ohne Zwang geboten wird“.

Und so sitzen die fröhlichen Feriengäste eben nicht nur im Sattel, sondern ziehen mindestens ebenso oft, übrigens ohne sich dabei vom Wetter den Spaß verderben zu lassen, zu Fuß, allenfalls mit den Pferden am Zügel, in die umliegenden Wäldern hinaus, wo sie dann unter Gabys Anleitung Kräuter und Pflanzen sammeln, wobei sie „so ganz nebenbei“ von ihr lernen, welches Kraut gegen welche körperlichen Beschwerden gewachsen ist.

Und Gaby weiß, was sie sagt und empfiehlt. Nicht ohne Grund gilt sie bei ihren Freunden und Bekannten seit Jahrzehnten als unangefochtene Expertin auf diesem Gebiet und wird von ihnen in ehrfürchtiger Bewunderung „Kräuterhexe“ genannt.

Und wenn die Mädchen und Jungen dann auf „Zwei Schwalben“ zurückgekehrt sind und ihre Eimer mit dem Grünzeug in die Futterraufen an den Pferdeboxen entleert haben, können sie auch noch höchst erstaunt erkennen, dass die Vierbeiner sehr viel „klüger“ sind, als sie geglaubt hatten, weil diese sich nämlich aus dem Angebot an frischem Grün zielgerichtet zuerst das herausfischen, was sie am liebsten mögen. „Und da wollen wir doch mal ehrlich sein“, erzählt Gaby und lacht dabei herzhaft, „das machen meine kleinen Gäste beim Essen doch ganz genau so.“



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