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Was Naturfotograf Rüdiger Haase den Teilnehmern seines Seminars in Lügde alles beibringt

Auf der Suche nach dem „Wow-Effekt“

Lügde. Es wurde schon alles fotografiert. Nur noch nicht von jedem. Dennoch gibt es nur wenige Aufnahmen, die beim Betrachter einen „Wow-Effekt“ auslösen. Auf der anderen Seite gibt es jede Menge Fotos, die selbst der Urheber nicht mehr ansehen möchte.

veröffentlicht am 04.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:41 Uhr

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Autor:

Carlhermann Schmitt
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Das muss nicht so sein. Deshalb zeigte der erfahrene Naturfotograf Rüdiger Haase in seinem Fotoseminar in Lügde jetzt Mittel und Wege auf, mit der Digitalkamera ansprechende Fotografien zu erstellen. Eine Gruppe von Teilnehmern aus der Region von Schieder bis Bad Pyrmont begab sich mit ihm auf eine kleine Wanderung ins Meintetal, ein jeder ausgerüstet mit moderner Kamera: Sony, Lumix und Nikon – nur Canon war nicht vertreten. Allesamt hochkomplexe Geräte mit wohl ähnlich vielen Knöpfen, Drehrädern und Einstell-Menüs wie ein Flugzeug-Cockpit. Das alles nur um ein Foto zu machen?

Beim ersten Stopp führte Haase erst einmal in die Grundlagen der Optik ein. Er erklärte den Unterschied zwischen dem, was der Mensch mit den Augen macht und dem, was die Kamera fotografiert. „Ich weiß, das ist Druckbetankung“, gab er zu, als den Zuhörern schon die Köpfe rauchten. Er betonte aber auch, dass ein Verständnis der wichtigsten Zusammenhänge unabdingbar für ein gelungenes Foto sei. „Wie oft stehen wir vor einem wunderbaren Motiv, lichten es ab und stellen zu Hause fest, dass nichts von dem auf dem Foto rüberkommt, was uns so begeistert hat?“

Bei der nächsten Station stand dann zunächst noch einmal Theorie auf dem Programm: Bildgestaltung. Und die Hobby-Fotografen hatten sich zu fragen, was ein Foto interessant macht. Nur das abgebildete Motiv? „Das hab’ ich so noch gar nicht gesehen“, gab Hubert Klenner zu. „Ich fotografiere zwar schon seit Jahren, bin bislang aber noch nie auf die Idee gekommen, mich mit meiner Kamera auf Augenhöhe einer Schnecke zu begeben, um sie richtig in Szene zu setzen.“ Mit viel Elan machte sich Jana an ihr erstes Projekt. „Ich gehe oft mit dem Hund spazieren, und dabei fotografiere ich gerne“, erklärte sie zu ihrer Motivation. Da sie mehr aus ihrem Hobby herauskitzeln möchte, versuchte sie auch gleich, das Gelernte optimal umzusetzen, ging mit dem Stativ nah an die Margerite heran, um sie formatfüllend abzulichten. Und auch die anderen kauerten im Gras. Die Ergebnisse ließen sich sehen, und so ging es weiter zur Orchideenwiese.

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Haase hatte sich extra eine Genehmigung geholt, um die Teilnehmer in das unter Naturschutz stehende Gelände führen zu dürfen. Mit der gebotenen Umsicht wurden nun eindrucksvolle Blumenbilder erstellt. „Das Meintetal ist wie geschaffen für fotografische Expeditionen“, begeistert sich Haase. „Unterschiedliche Vegetationen mit vielen Grünschattierungen, interessante Gewächse und der Bach bieten eine Fülle von Motiven.“

An der Meinte hieß die zentrale Frage: „Wie stelle ich mit dem statischen Medium Foto Bewegung dar?“ Hier galt es, den Bach mit unterschiedlichen Einstellungen so zu fotografieren, dass dem Betrachter des Bildes die Bewegung des Wassers vermittelt wird.

„Das muss ich alles erstmal sacken lassen. Und dann werde ich versuchen, es Schritt für Schritt umzusetzen“, befand auch Marco, der rundum zufrieden war mit dem Erlernten. „Ich habe zwar schon vieles im Internet oder in Büchern gelesen, aber hier wurde mir das Ganze erst einmal anschaulich vermittelt“, lobte Hubert Klenner, der sich auch beeindruckt zeigte von den Möglichkeiten der elektronischen Bildbearbeitung, die Haase zum Schluss des Seminars in der Biologischen Station Schieder kurz vorstellte, „auch wenn das für mich alles viel zu schnell ging.“ Aber Klenner ist sicher, dass er beim nächsten Seminar der Biostation am 31. August wieder mit dabei sein wird.

Jana setzt das Gelernte gleich vor Ort um und geht nah ‘ran an die Margerite, die sie fotografieren will. yt

„Druckbetankung“ in der Natur: Rüdiger Haase (re.) führt die Teilnehmer seines Fotoseminars in das Thema Bildgestaltung ein. yt



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