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Anja Queren-Büker und ihre Poitou

Auf den Esel gekommen

ELBRINXEN. Anja Queren-Büker aus Elbrixen ist auf den Esel gekommen, genaug genommen auf Poitou-Esel. Das sind Huftiere jener selten gewordenen Rasse, die nach ihrem Ursprungsgebiet im Westen Frankreichs benannt ist. Sogar Nachwuchs hat es kürzlich gegeben.

veröffentlicht am 29.07.2018 um 13:18 Uhr

Familienidyll auf dem Bioland-Hof in Elbrinxen: Halbschwester, Germanica“, Stutfohlen „Isabelle“ und Mutter „Shiva“. Wie Mutter „Shiva“ es vorgemacht hat, sollen auch „Germanica“ und Isabelle“ später einmal Fohlen gebären und so zum Erhalt der bereit
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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„Du dummer, sturer Esel!“ Bei derartigen Anwürfen begehrt Anja Queren-Büker augenblicklich auf. „Esel sind nicht stur und schon gar nicht dumm. In der Antike wurden sie sogar gerade wegen ihrer Intelligenz verehrt“. Keine Frage, die Besitzerin des Bioland-Hofs in Elbrinxen liebt die grauen Huftiere mit den langen Ohren, ja, verehrt sie geradezu. Ihren ersten „Grauen“ habe sie zu ihrem 30. Geburtstag geschenkt bekommen, erzählt sie im Gespräch mit dieser Zeitung und erinnert sich schmunzelnd: „Er stand, mit einer Schleife um den Hals, bei uns im Flur, sehr zum Entsetzen meiner Schwiegermutter und meines vor einigen Jahren gestorbenen Mannes.“

Diesen ersten Esel hat sie nicht mehr, dafür aber andere graue Hausesel sowie, und das ist in der Region schon einigermaßen außergewöhnlich, auch welche, deren Fell nicht grau und glatt, sondern dunkelbraun und zottelig ist. Es sind Poitou-Esel, Huftiere jener selten gewordenen Rasse, die nach ihrem Ursprungsgebiet im Westen Frankreichs benannt ist. Bis vor gar nicht langer Zeit besaß die Inhaberin des Naturkostladens Ökologica in Bad Pyrmont zwei dieser deutlich größeren und kräftigeren Esel-Exemplare, deren genaue Bezeichnung „Le Baudet du Poitou“ lautet: die zwölfjährige Shiva und deren zweijährige Tochter Germanica. Seit einigen Wochen sind die Poitou-Damen zu dritt, denn Shiva hat das kleine Stutfohlen Isabelle geboren.

Das kleine Stutfohlen? Nun ja, das ist relativ, denn Isabelle hatte nach vier Wochen schon beinahe die Größe der Hausesel erreicht. Und sie ist, trotz (vielleicht aber auch gerade wegen) ihrer überproportional großen Ohren, schon eine echte Schönheit, wie sie da mit ihrem schwarzen, lockigen Fell und ihrem weißen Maul auf zierlichen, glänzenden Hufen mit ihrer Halbschwester und ihrer Mutter im Paddock steht und neugierig in die Welt hinter dem Gatter schaut. Nicht weniger als Anja Queren-Büker freut sich auch ihr Lebensgefährte und Nachbar Otto Brunsmeier über den Poitou-Nachwuchs. „Ja“, erzählt die Bio-Bäuerin, „auch Otto schwärmt inzwischen für Esel“. Und lächelnd fügt sie hinzu: „Wenn einer, der eigentlich mit Leib und Seele Milchbauer ist, sprichwörtlich ,auf den Esel kommt‘, dann ist das schon etwas ganz Besonderes“.

„Ist sie nicht zum Knuddeln?“  Anja Queren-Büker hat“Isabelle“ tief und fest in ihr Herz geschlossen. Foto: BR
  • „Ist sie nicht zum Knuddeln?“  Anja Queren-Büker hat“Isabelle“ tief und fest in ihr Herz geschlossen. Foto: BR

Übrigens ist Isabelle selbstverständlich reinrassig. Denn das habe, so Anja Queren-Büker, für sie und Otto Brunsmeier von Beginn an festgestanden: Wenn schon ein Poitou angeschafft wird, dann auch gleich für die Nachzucht. So ist denn Isabelles Vater auch ein Poitou-Hengst, der auf einem Zuchtbetrieb am Steinhuder Meer steht.

Dass es sich bei dem Nachwuchs um ein Stutfohlen handelt, erfüllt die beiden Poitou-Fans mit Freude und Genugtuung. Denn so kann Isabelle später einmal weitere Fohlen gebären und damit aktiv zum Erhalt der Rasse beitragen. Das sei wichtig, beteuert die Ebrinxerin, denn derzeit gebe es weltweit nur noch 350 Zuchttiere, die beim offiziellen Poitou-Verband in Frankreich registriert seien.

Für Anja Queren-Büker und Otto Brunsmeier hat das allerdings auch einen Haken: Sie werden Isabelle, ebenso wie Germanica, irgendwann an den Zuchtbetrieb zurückgeben müssen. Denn bei der Übernahme von Shiva hatten sie mit deren vorherigem Besitzer vereinbart, dass die ersten beiden Stutfohlen von Shiva in seinen Besitz übergehen. Aber auch diese Aussicht tragen beide mit Fassung, war die Vereinbarung doch ganz im Sinne der Erhaltung der Rasse getroffen worden.

Bis dahin aber können die Poitous, aber auch die grauen Hausesel, gern besucht werden. Anja Queren-Büker, die sich auch einen therapeutischen Einsatz dieser klugen, geduldigen und dem Menschen zugewandten Tiere vorstellen kann, lädt Interessierte dazu ein, bittet aber um vorherige Anmeldungen, die bei Naturkost Ökologica in Bad Pyrmont unter Telefon 05281/ 6087 erfolgen können.



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