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Gesetzesinitiative im Landtag von CDU und FDP soll kleinen Schulen Zweizügigkeit ermöglichen / Tillmanns: „Aus dem Gröbsten raus“

Auch weniger Schüler sollen kein Problem sein

LÜGDE. Das ist eine gute Nachricht für die Johannes-Gigas-Schule. Die Fraktionen aus CDU- und FDP im nordrhein-westfälischen Landtag haben einen Gesetzesantrag eingebracht, nachdem Sekundarschulen wie in Lügde gegebenenfalls auch zweizügig – also jeweils mit nur zwei Klassen je Jahrgang – fortgeführt werden können.

veröffentlicht am 28.11.2017 um 11:45 Uhr
aktualisiert am 28.11.2017 um 18:00 Uhr

Uwe Tillmanns freut sich über stabile Schülerzahlen und „schöne kleine Klassen“. Foto: PN-Archiv/jl
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Geprüft werden soll dabei auch, ob und wie gymnasiale Standards umgesetzt werden können. Da der Antrag von den Regierungsparteien eingebracht worden ist, kann mit seiner Verabschiedung gerechnet werden.

„Der Bestand der Lügder Sekundarschule dürfte damit auch bei sinkenden Schülerzahlen, falls die einmal eintreten sollten, gesichert sein“, kommentiert Jürgen Hinrichs, der für die SPD als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Kindertagesstätten und Schulen des Lügder Rates mitarbeitet und früher als Hochschuldozent in der Lehrerausbildung arbeitete, diesen Vorstoß der beiden Landtagsfraktionen. „Ich hatte bereits in der letzten Legislaturperiode einen entsprechenden Gesetzentwurf detailliert ausgearbeitet, und die SPD-Fraktion gebeten, den einzubringen und zu verabschieden“, berichtet er. Doch vergebens: „Eine Initiative, also Übernahme meiner Anregung, unterblieb leider. Es wurde sogar ein entsprechender Anlauf der FDP im Schulausschuss abgewürgt. Die Widerstände im Ministerium waren angeblich zu groß“, behauptet er. Er hofft, dass die SPD-Landtagsfraktion nun dem Entwurf der Landtagsmehrheit zustimmt.

Die mit dem demografischen Wandel einhergehenden Schwankungen bei den Schülerzahlen und das Wahlverhalten der Eltern können zur Folge haben, dass Schulen, die die laut Schulgesetz vorgeschriebene Mindestgröße vorübergehend nicht erreichen können, in ihrer Weiterführung bedroht sind. „Besonders Sekundarschulen sind von dieser Entwicklung betroffen“, heißt es in dem Antrag von CDU und FDP. Deshalb sei es erforderlich, dass diese Schulen – genauso wie Realschulen und Gymnasien – die rechtliche Gewissheit erhielten, auch über einen längeren Zeitraum zweizügig fortgeführt werden zu können. Hierbei seien qualitative Aspekte der jeweiligen Ausgestaltung zu berücksichtigen. „Für die Attraktivität ländlicher Regionen ist neben der Arbeitsplatzsituation, dem Einzelhandelsangebot und einer guten Verkehrsinfrastruktur vor allem auch ein Sicheres und vielfältiges Schulangebot von herausragender Bedeutung“, argumentieren die beiden Landtagsfraktionen.

Für den Leiter der Johannes-Gigas-Schule, Uwe Tillmanns, ist das zwar eine beruhigende Nachricht, die er aber gelassen aufnimmt. „Wir sind aus dem Gröbsten heraus“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Schule war 2013 mit relativ wenigen Schülern gestartet und war sogar einmal auf eine Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung Detmold angewiesen, aber mittlerweile sind die Schülerzahlen in Lügde stabil und reichen für eine Dreizügigkeit aus. „Aktuell haben wir im 5. Jahrgang 62 Schüler, in den Jahrgängen 6 bis 10 jeweils zwischen 70 und 80“, berichtet der Schulleiter. Und bei der Dreizügigkeit soll es auch bleiben, um weiterhin „schöne kleine Klassen“ zu ermöglichen, wie Tillmanns es formuliert.

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