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Katholiken wählen neue Vorstände

Auch in der Kirche ist das Ehrenamt nicht mehr beliebt

Lügde/Bad Pyrmont (jhe). Wenn an diesem Wochenende zur Wahlurne gebeten wird, soll nicht über Politiker oder Parteien abgestimmt werden, sondern über Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte. „Wählen Sie doch mal Kirche!“, ruft das Erzbistum Paderborn alle Katholiken der insgesamt 773 Kirchengemeinden auf.

veröffentlicht am 05.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:21 Uhr

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Auch in den Pfarrgemeinden Lügde, Falkenhagen und Bad Pyrmont sollen die Wähler über die Mitglieder der beiden kirchlichen Gremien abstimmen. „Es werden Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen auf alle haben“, sagt Peter Hellersberg. Der Pfarrer der St-Marien-Gemeinde fügt hinzu: „Wenn es um Fragen zu den Kindertagesstätten geht, die Nutzung des Klosters, Gottesdienstzeiten oder seelsorgerische Schwerpunkte, dann geht das jeden etwas an.“ Deshalb solle auch jeder Wahlberechtigte seine Stimme abgeben.

Fünf Kandidaten stehen in der St.-Marien-Gemeinde für vier Posten der Pfarrgemeinderatsmitglieder zur Wahl. Mindestens 16 Jahre alt müssen die Kandidaten sein, die nach ihrer Wahl für vier Jahre zuständig sind für die Jugendarbeit, die Vernetzung der einzelnen kirchlichen Vereine sowie die Auswahl der liturgischen Texte im Gottesdienst.

Als Mitglied des Kirchenvorstandes der St.-Marien-Gemeinde weiß Hartmut Keinhorst bereits aus Erfahrung, welche Aufgaben dieses Amt mit sich bringt: „Der Kirchenvorstand ist für die Vermögensfragen und Finanzen der Kirchengemeinde verantwortlich.“ Da das Amt „sehr komplex ist und eine gewisse Einarbeitungszeit benötigt“, werden alle drei Jahre nur die Hälfte der Mitglieder neu gewählt. In Lügde stellen sich in dieser Wahlperiode sechs Kandidaten zur Wahl. Vier von ihnen werden für sechs Jahre gewählt und dann von Keinhorst und den anderen drei bereits bestehenden Kirchenvorstandsmitgliedern eingearbeitet. Da die Mitglieder mit Bau-, Liegenschafts- und Finanzangelegenheiten zu tun haben, müssen sie bei ihrer Wahl mindestens 21 Jahre alt sein.

Auch wenn beide Bereiche laut Keinhorst sowohl vom Arbeitsaufwand als auch von den Aufgaben her „auf jeden Fall machbar“ sind, war es für die St.-Marien-Gemeinde nicht so leicht, genug Kandidaten zu gewinnen. „Bei uns ist es genauso wie in den Vereinen – das Berufsleben ist stressiger geworden, und viele haben keine Zeit mehr, sich neben der Arbeit für etwas zu engagieren“, meint Keinhorst.

Das bestätigt auch Pastor Reinhold Schlappa: „Alles, was heute ehrenamtlich ist, ist schwierig zu besetzen.“ Trotzdem ist auch in der St.-Michael-Gemeinde Falkenhagen eine Wahl möglich: Vier Kandidaten lassen sich für drei Kirchenvorsteher-Posten wählen, und acht Gemeindemitglieder kandidieren für sechs Posten im Pfarrgemeinderat.

Ein anderes Bild zeichnete sich zwar in der Pyrmonter St.-Georg-Gemeinde ab, die auch zum Erzbistum Paderborn gehört und ebenfalls Pfarrgemeinderäte wählt. Für neun Posten haben sich zwölf Kandidaten beworben. „Ich bin sehr dankbar, dass sich so viele gemeldet haben“, sagt Pfarrer Walter Heinrichsrüscher. Aber auch er weiß, dass „immer weniger Menschen für eine verantwortungsvolle, kontinuierliche ehrenamtliche Arbeit“ zu gewinnen sind. Auch über den jungen Altersdurchschnitt der Kandidaten ist der Pfarrer erstaunt und erfreut zugleich.

Anders als in den Pfarrgemeinden Lügde und Falkenhagen, wird in der St.-Georg-Gemeinde der Kirchenvorstand erst im nächsten Jahr gewählt. „Der Kirchenvorstand ist ein rechtliches Gremium“, erklärt Heinrichsrüscher. „Um in Niedersachsen eine einheitliche Regelung aller Gemeinden zu haben, gleichen wir uns bei den Kirchenvorstandswahlen den Bistümern Hildesheim und Osnabrück an.“ Nach niedersächsischer Regelung scheiden alle Kirchenvorstände nach bereits vier Jahren aus ihrem Amt.

Pfarrsekretärin Regina Deppe und Pfarrer Peter Hellersberg zeigen die Stimmzettel für die anstehende Wahl der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände.

Foto: jhe

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