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Schneefall zwingt Fahrer zur Vorsicht / Ärger um Räumpflicht und Arbeit des Bauhofs / Herzkranke sollten nicht schippen

An Glätte schon gewöhnt? – Polizei lobt „brave“ Lügder

Lügde (jl). „Ihre Räumpflicht hat die Stadt vor Jahren auf die Bürger abgewälzt. Und wir sollen Strafe zahlen, wenn wir vor dem Grundstück nicht dauernd Schnee schippen. Aber der Bauhof macht gar nichts.“ Klagen wie diese sind jetzt wieder geballt zu hören. Auch in Lügde.

veröffentlicht am 13.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 14:41 Uhr

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Wer Dampf ablassen will oder generell gern das Haar in der Suppe sucht, hat in der Regel nicht vor, gerecht zu sein. Damit müssen die Männer vom Bauhof leben. Dabei wissen sie nach einer Zehn-Stunden-Schicht durchaus, was sie getan haben: Unter der Woche stehen sie mitten in der Nacht auf, um die wichtigsten Straßen bis 7 Uhr befahrbar zu kriegen. Dazu zählen stark befahrene sowie abschüssige Strecken und Anhöhen wie am Sonnenhof, Einmündungen sowie die Wege zu Kindergärten und Schulen, etwa am Ramberg. „Eine volle Runde sind 120 Kilometer“, sagt Udo Schmidt vom Bauhof.

Elf Mann arbeiten hier. Sie sind in diesen Tagen mit drei großen und zwei kleinen Räumfahrzeugen unterwegs. Von 300 Tonnen eingelagerten Streusalz haben sie bisher etwa zehn Prozent verbraucht.

Die Lügder scheinen sich an die Verhältnisse gewöhnt zu haben. „Sie waren heute ganz brav“, hieß es auf Anfrage von der Polizei Blomberg, die gestern bis Redaktionsschluss keinen Glätteunfall in der Emmerstadt und ihren Ortsteile aufnehmen musste. Die gleiche Erfahrung machten die Ordnungshüter im benachbarten Bad Pyrmont: Sie registrierten dort nur einen leichten Auffahrunfall durch Unachtsamkeit.

Allerdings waren die Straßen gestern längst nicht mehr so glatt wie etwa am Sonntag. „Extremfälle wie dieser, wenn es auf eine geräumte Decke regnet und gefriert, sind eine Herausforderung“, sagt Bauamtsleiter Günter Loges, in dessen Verantwortungsbereich auch der Winterdienst fällt. „Da wird es dann schon haarig.“ Weil zur Kaffeezeit nichts mehr ging, schon der Bauhof eine Spätschicht ein.

Allerdings laufen im Rathaus nicht nur Klagen auf. So freuten sich die Mitarbeiter am Montag über die E-Mail einer Frau, die gerade in Henkenbrink ein Haus renoviert. Weil der Räumdienst am Sonntag gleich dreimal kam, schrieb sie: „Ich möchte die Organisation loben und mich für diesen Service bedanken.“

Weniger zufrieden sind indes die Anlieger oder Nutzer der ganz normalen Straßen, in denen die Stadt nicht räumen muss. Wer vor seiner Türe nicht schippen will oder kann – etwa, weil er herzkrank ist –, muss jemanden finden, der ihm diese Arbeit abnimmt.

Die Lügder Spielregeln sind deutlich rigider als in Bad Pyrmont. Reicht es dort, den ab 20 Uhr gefallenen Schnee am nächsten Morgen bis 9 Uhr auf einem Meter Breite zu räumen, so müssen es in Lügde bis 7 Uhr 1,50 Meter sein. Nur sonn- und feiertags gilt hier 9 Uhr. Salz ist nur nach Eisregen oder auf Treppen, Rampen, Brückenauf- oder -abgängen, starken Gefälle- oder Steigungsstrecken erlaubt. Ansonsten müssen abstumpfende Mittel wie Sand, Splitt oder Sägespäne gestreut werden.

Wirklich komfortabel ist derzeit auch das Parken in der Mittleren Straße nicht. Die Stellplätze sind allenfalls an den höheren Schneehaufen auszumachen: die verschwenkte Gestaltung erschwert das Räumen. Und keiner kann die farblich abgesetzten Umrandungen im Pflaster erkennen – auch nicht die Männer vom Ordnungsamt.

Das Räumen der Mittleren Straße ist schwieriger geworden. Nicht durch das Pflaster, aber wegen der verschwenkten Gestaltung. Foto: jl



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