weather-image
10°

Was Lügdes Rathaus-Chef Heinz Reker von 2015 hält – und für 2016 erhofft

Am Ende „zufrieden“

Lügde. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter der Emmerstadt – und damit hinter Heinz Reker, dem Chef der Lügder Stadtverwaltung: Mit dem gescheiterten Pumpspeicherkraftwerk und der umzuplanenden Höchststromtrasse „Suedlink“ ist er zwei Großbaustellen los. Aber die dritte, der Güterverkehr, beschäftigt ihn weiter.(jl)

veröffentlicht am 29.12.2015 um 20:30 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:49 Uhr

270_008_7815424_pn301_3012_3sp_jl_Heinz_Reker_12.jpg
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Lügde. Wer Lügdes Bürgermeister Heinz Reker nach dem Besten fragt, was ihm 2015 widerfahren ist, bekommt sofort eine Antwort: „Die Dolomiten-Tour auf dem Rennrad“, sagt der 62-Jährige – allerdings als Privatmann. Dienstlich indes überlegt er einen Moment, bevor er erklärt: „Zwei Aufgaben haben sich in diesem Jahr erst einmal erledigt: das Pumpspeicherkraftwerk im Mörth und die ,Suedlink’-Freileitung durch die Lügder Südstadt.“

Richtig freuen werde er sich, wenn er erfahre, wo die Höchststromtrasse letztlich langführe. Und da ist Lügdes Verwaltungschef optimistisch: „Wenn auf Siedlungsräume keine Rücksicht mehr genommen werden muss, deutet nach menschlichem Ermessen viel darauf hin, dass das eine ganz andere Trasse wird“, sagt er.

Zudem freut ihn an dem Thema, dass es nicht zuletzt durch die Vernetzung mit Marienmünster, Ottenstein, dem Kreis Hameln-Pyrmont und auch dem Kreis Lippe gelungen sei, „das Ganze zum Erfolg zu führen“. Damit meint er den Plan, dass die Nord-Süd-Leitung nun unter die Erde soll. „Und es geht doch: Wesentlich dünnere Kabel können in wesentlich schmalere Gräben verlegt werde, und das Ganze ist längst nicht mehr so teuer. Davon war am Anfang doch gar nicht die Rede.“

2 Bilder

Und noch ein paar „sehr angenehme“ Dinge fallen Lügdes Verwaltungschef ein: Neben dem 25-jährigen Partnerschaftsjubiläum in Angermünde ist das die erfolgreiche Suche nach einem neuen Bauamtsleiter im Rathaus. „Jens Bossen hat sich schnell in die unterschiedlichen Vorgänge eingefuchst“, findet Reker. „Und Gregor Günnewich und er ergänzen sich hervorragend.“

Dankbar ist Reker für die „mächtige Unterstützung“ durch die Flüchtlingshelfer, die der Stadt angesichts der vielfältigen Herausforderungen so schnell und so tatkräftig zur Seite gesprungen seien. Ohne dieses uneigennützige Engagement hätte Lügde die Aufgaben nicht bewältigen können.

Als Reker das sagt, sitzt er in seinem Büro. „Eigentlich wollte ich Urlaub machen. Aber jetzt komme ich dazu, Sachen zu erledigen, die liegen geblieben sind.“ Denn das Flüchtlings-Thema habe in den vergangenen Monaten alle im Lügder Rathaus in Atem gehalten. Froh sei er, „dass wir die Dinge 2015 noch so regeln konnten, wie wir das vorhatten: eine dezentrale Unterbringung der meisten Menschen in Wohnungen. Dass wir in die Ortsteile gehen mussten und müssen, wollten wir eigentlich vermeiden. Aber das ließ sich nicht anders organisieren.“

Allerdings würde sich der Bürgermeister eine gerechtere Abrechnung der Kosten wünschen: „Ostwestfalen-Lippe hat in NRW im Verhältnis die meisten Flüchtlinge bekommen – mehr, als der ,Königssteiner Schlüssel’ ergab. Das Geld wird aber erst einmal nach diesem Schlüssel verteilt – egal, wie viele Menschen wir tatsächlich hier haben.“ Auf ein Abrechnungsmodell mit den tatsächlich untergebrachten Flüchtlingen als Maßstab werde erst 2017 umgestellt.

Rekers Wiederwahl liegt schon rund ein Jahr zurück. Aber für ihn gehört auch der Wechsel auf dem Chefsessel der Kreisverwaltung zu dem, was aus 2015 in Erinnerung bleiben wird. Den neuen Landrat Dr. Axel Lehmann kennt er schon länger – allerdings aus den Jahren vor dessen Amtsantritt. Als der Kreis-Chef neulich in Lügde war, „haben wir uns ausgetauscht“, so Reker. Und natürlich bleibe man in Kontakt.

So „außergewöhnlich gut“, wie sich der Lügder Haushalt dank üppig sprudelnder Steuereinnahmen entwickelt hat, als so bitter betrachtet Reker doch das Ende eines einst florierenden Lügder Unternehmens: „Müller Bau war nicht nur ein großer Arbeitgeber, sondern auch einer, der im ehrenamtlichen Bereich viel gemacht hat“, sagt er. „Wenn in einem Ortsteil etwas nötig war, haben Ehrenamtliche immer die Unterstützung von Mühlenhof bekommen – ob nun bei den Dorfgemeinschaftshäusern in Rischenau und Wörderfeld oder beim Dorfplatz in Sabbenhausen“, zählt er auf.

Und was wünscht Heinz Reker sich – oder besser: Lügde – 2016: „Dass die für das erste Halbjahr erwartete Entscheidung über den Bundesverkehrswegeplan so läuft, wie ich das erhoffe.“ Und das heißt? „Dass für den schweren Güterzugverkehr eine Trasse gewählt wird, die sowohl die Bahn als auch die Anlieger zufriedenstellt. Dass es also keine Billig-billig-Lösung gibt und es nicht nur um Geld geht.“ Er glaube jedenfalls nicht, dass Lügdes auf seinen zwar elektrifizierten, aber vor Lärm ungeschützt durch die Stadt führenden Gleisen den großen Ost-West-Güterverkehr werde aufnehmen müssen. Denn: „Die Gegenargumente sind erschlagend.“

Eine große Hoffnung knüpft Reker auch weiterhin an den Gemeinsinn der Lügder, wenn er sich wünscht, „dass die Flüchtlingshelfer zur Stange halten und sich auch Initiativen in weiteren Ortsteilen bilden.“ Immerhin: Auch in Sabbenhausen sei die ehrenamtliche Unterstützung der erwarteten Neuankömmlinge bereits angelaufen.

Mit Blick auf die bisher gedeihliche Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Politik gibt sich Heinz Reker, trotz schrumpfenden Entscheidungsspielraums auf lokaler Ebene, optimistisch: „Wir werden die Probleme, die 2016 auf uns zukommen, sicher unaufgeregt erledigen.“ Sein Blick auf 2015: „Zufrieden.“ 2016 werde er mit positiver Grundstimmung beginnen – in der Absicht, seine Arbeit so zu machen, „dass die Bürgerinnen und Bürger mit mir zufrieden sind“.

Dass die Höchststromtrasse „Suedlink“ nun möglichst unter der Erde verlegt werden soll, hat Heinz Reker mit Erleichterung aufgenommen. Gespannt ist er nun auf die Pläne für die Route der Erdkabel.Amprion

Lügdes Rathaus-Chef blickt auch mit Dankbarkeit auf 2015 zurück – wenn er an die Ehrenamtlichen in Lügde und Elbrinxen denkt, die sich der Flüchtlinge annehmen. rab



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt