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Vermählungen auf dem Standesamt sind noch die Regel – das könnte sich aber in Zukunft ändern

Alternativen zum Trauzimmer

LÜGDE. Trauungen auf dem Standesamt – also im Trauzimmer – sind in Lügde zwar immer noch die Regel, wie Bürgermeister Heinz Reker im Haupt- und Finanzausschuss mitteilte, werden aber von nachrückenden Generationen als oldschool betrachtet, weshalb die SPD-Fraktion beantragte, auch Formen von „Ambiente-Trauungen“ anzubieten.

veröffentlicht am 13.11.2018 um 14:26 Uhr

Bei großer Gästezahl steht auch der Ratssaal zur Verfügung. foto: yt
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Der Bürgermeister wies darauf hin, dass in Lügde nur einmal angefragt wurde, die Trauung außerhalb des Trauzimmers durchzuführen: „2012 wollte ein Paar eine Trauung im Emmerauenpark, als die Gesetzeslage das noch nicht zuließ.“ In diesem Argument wollte Torben Blome allerdings keinen Grund entdecken, die Möglichkeit anzubieten, auch außerhalb des Trauzimmers Eheschließungen durchzuführen, auch wenn das Standesamt auch heute schon die Möglichkeit anbiete, bei großen Hochzeitsgesellschaften den Ratssaal zu benutzen.

„Wir haben zwar weder Schloss noch Leuchtturm, die gerne als Alternativen gebucht werden, aber durchaus interessante Lokalitäten, wie Kloster Falkenhagen, den Köterberg, den Emmerauenpark, die Marktscheune oder auch die Paradiesmühle“, gab Blome zu bedenken. Und hatte auch noch einen ganz praktischen Grund: „Es ist doch sicher unproblematischer, wenn ein Standesbeamter zu einer ganzen Gesellschaft fährt, als wenn die Gesellschaft extra zum Standesbeamten kommen muss.

Und er fügte hinzu, dass die fehlende Nachfrage ja durchaus daraus resultieren könne, dass die Bevölkerung bislang gar nicht weiß, dass eine Eheschließung mittlerweile auch außerhalb des Standesamtes zulässig sei.

Torben Blome spricht sich dafür aus, die Möglichkeit anzubieten, auch außerhalb des Trauzimmers Eheschließungen durchzuführen. foto: yt

Dr. Christian Tennis (CDU) warnte davor, die Eheschließung dadurch auf Event-Niveau herunterzuspielen. Es braucht einen würdevollen Rahmen, und durch die Form alleine muss den Beteiligten schon klar werden, dass es hier um etwas geht. Wie Klaus Meier (FWG), der allerdings lediglich von seiner Erfahrung eine Handlungsempfehlung ableitete, wollte er sich einer Einzelfallentscheidung durch den Standesbeamten nicht verschließen. „Aber einen Rechtsanspruch aufzubauen, halte ich für falsch.“

Torben Blome machte in seinen Ausführungen auch deutlich, dass alle weiteren vermeintlichen Argumente, die dagegensprächen, ins Leere laufen: „Bei einer geplanten Zeremonie im Freien muss das Brautpaar für eine wettergeschützte Alternative im Trockenen sorgen.

Die notwendigen Voraussetzung für die Einhaltung der Regeln der Datenschutz-Grundverordnung muss ebenfalls das Brautpaar schaffen.“ Auch für den würdigen Rahmen muss gesorgt werden. Und für zusätzliche Kosten, die durch eine Trauung außerhalb des Trauzimmers entstehen, muss ebenfalls das Brautpaar aufkommen. Sogar mit der Frage, ob die Kirche bereit sei, beispielsweise das Kloster Falkenhagen für eine weltliche Trauung zur Verfügung zu stellen, wurde argumentiert. Und so vertagten sich die Ausschussmitglieder mit dem Vorschlag, die Entwicklung zu beobachten.

„Wenn in der Öffentlichkeit bekannt wird, dass das Gesetz mittlerweile zulässt, Eheschließungen auch außerhalb des Standesamtes zu vollziehen, könnte damit ja auch eine Nachfrage geschaffen werden“, fasste der Bürgermeister zusammen und versprach den Ausschussmitgliedern, sie darüber zu unterrichten, ob dann auch entsprechende Wünsche auf dem Standesamt geäußert werden.



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