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Wie Schäferin Stefanie Rzepka ihre vierbeinigen Landschaftspfleger einsammelt

Almabtrieb auf lippisch

Lügde. Asterix ist echt charmant. Schon aus der Ferne fixiert er die zweibeinigen Ankömmlinge. Doch das stillt seine Neugierde noch nicht. Also löst er sich aus seiner Gruppe und sucht bedächtigen Schrittes die Nähe der Besucher. Er schnuppert vorsichtig am Hosenbein und an der hingehaltenen Hand. „Asterix ist eine gute Hilfe“, sagt Stefanie Rzepka. Seine Ruhe strahlt auf die über 50 Mitbewohner der tierischen Männer-WG ab. „Asterix war ein Flaschenlamm, deshalb ist er sehr auf Menschen fixiert“, erklärt die Schäferin. „Aber zu viel Nähe ist auch nicht gut“, sonst nähmen die Tiere die Menschen irgendwann als Sparringspartner wahr. Und das könnte, auch mit Blick auf die imposanten Hörner der älteren Tiere, schmerzhaft enden.

veröffentlicht am 21.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 09:16 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die Weide findet sich an einem flachen Hang im Hermannstal, ein Stück hinter dem Parkplatz zum Lügder „Mythenweg“. Doch heute steht der Umzug an. Asterix und die übrigen 55 Schaf- sowie drei Ziegenböcke sollen den Winter über in den Stall. Almabtrieb auf lippisch.

Wäre das aktuelle Spätherbstwetter maßgeblich, „dann könnte ich die Tiere draußen lassen. Sie bräuchten allenfalls eine Schutzhütte.“ Nur das Fressen würde ein Problem. Die etwa einen Hektar große Fläche ist abgeweidet. In den vergangenen Wochen hat die Bockherde auf dem eingezäunten Areal ganze Arbeit geleistet. Jetzt finden die Tiere hier kaum noch, was sie mögen.

Deshalb ist Rzepka mit ein paar Helfern angerückt, um die Böcke zu verladen. Die Biologin und Schäferin ist verantwortlich für die etwa Skudden-Schafe der Biologischen Station des Kreises Lippe. Etwa 500 Exemplare diese uralten und kleinsten deutschen Landschaf-Rasse hält die Biostation vornehmlich zur Landschaftspflege, aber auch zur Vermarktung.

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Abfahrbereit: Die fast 60 Tiere sind im Hänger verladen. Gleich verlässt der Transport das Hermannstal in Richtung Schieder. jl

Vor dem Winter soll auch der Hund der Schäferin noch einmal zu seinem Recht kommen. Border Collie „Jack“ muss die Herde zusammenhalten. Für den Spezialisten der Fachrichtung „Koppelgebrauchshund“ ein Kinderspiel – wäre da nicht ganz speziell ein Ziegenbock, der ihn ständig angeht. Nach menschlichem Maßstab eine fiese Type. Genau so wirkt er offensichtlich auch auf Jack. Der schlägt im Laufen jedes Mal einen Haken, wenn der Bock ihn scheucht. „Der hat ihn mal am Auge verletzt“, sagt Schäferin Rzepka. „Sowas merkt sich der Hund.“

Doch die Masse funktioniert – was nicht unwesentlich an dem etwa zwei Jahre alten Zuchtbock Asterix und einigen anderen älteren Tieren liegt, die hier den Mediator geben. Während der Hund ein Stück abseits auf der Wiese hockt, klappern die Paarhufer nach wenigen Minuten die Transporter-Rampe hinauf. Das geht so schnell, dass Schäferin Rzepka dazwischengreifen und einige Tiere wieder hinauswerfen muss, denn schließlich bietet der Anhänger genügend Platz auf zwei Etagen.

Noch ein paar Kilometer bis Schieder, dann ist auch für die letzte Herde der Biostation die Weidesaison endgültig beendet. Und für Border Collie Jack wird es ein langweiliger Winter.

Neugierige Landschaftspfleger: Die Skudden- und Ziegenböcke beobachten die Neuankömmlinge im Hermannstal zunächst aus sicherer Distanz. jl



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