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Ehrenring für Musikschul-Chef Möller

Alles nur, weil er selbst kein Instrument spielt...

Lügde/Wendlinghausen (jl). „Als wir damals angefangen haben, waren wir sechs Eltern, die wollten, dass ihre Kinder ein Instrument spielen lernen“, erinnert sich Manfred Möller. „Aber die nächsten Musikschulen gab es in Detmold und Höxter.“ Und das war viel zu weit entfernt für Kinder im Grundschulalter. Also gründeten die Eltern vor 20 Jahren kurzerhand selbst einen Musikschulverein, der mit 220 Schülern startete.

veröffentlicht am 07.12.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

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„Jetzt haben wir uns auf etwa 150 Schüler eingependelt“, erzählt Möller weiter. Und noch immer gibt der Vorsitzende pro Woche um die acht Stunden fürs Organisieren dran. Dafür hat der 55-Jährige jetzt einen der ersten „lippischen Ehrenringe“ erhalten, die der Landrat bei einer Feier auf Schloss Wendlinghausen sechs außergewöhnlich engagierten Lippern verlieh.

„Sie kümmern sich um die Koordination der Unterrichtsräume, die Personalauswahl und -betreuung der zur Zeit elf Lehrkräfte, um Absagen und Vertretungen bei Krankheit, die Finanzierung der Musikschule, organisieren Vorspiele und Konzerte“, lobte Friedel Heuwinkel Möllers „beharrliches Engagement“.

„Ich war wirklich überrascht, dass wir dabei waren“, sagt der Geehrte, der zur Feier seinen Vorstand mitnehmen durfte. Darunter auch Petra Meier, die ihn beim Kreis für den Preis vorgeschlagen hatte.

Aus insgesamt 26 engagierten Lippern mussten Madita Fischer und Saskia Frei-Klages vom Ehrenamtsbüro in Detmold sechs aussieben. Einen für den Ring in Gold, zwei für den silbernen und drei für Bronze. Das war nicht einfach. „Jeder ist toll, und jeder macht viel“, benennt Fischer die Qual der Wahl.

Viel Konkurrenz innerhalb Lügdes hatte Manfred Möller übrigens nicht. Aus der Emmerstadt gab es noch einen weiteren Aspiranten, doch der ging leer aus. „Wessen Vorschlag es nicht geschafft hat, der kann ihn erneut einreichen“, betont Madita Fischer.

Was Manfred Möller mit seiner Urkunde macht, weiß er schon: „Die hänge ich mir ins Arbeitszimmer.“ Den Ehrenring selbst, der übrigens gar kein Ring ist, sondern eine Medaille mit lippischer Rose am rot-gelben Band, heftet er sich aber nicht ans Sakko. „Der ist ein bisschen zu groß“, findet der Musikschul-Chef. Die kleine Nadel aber, die es auch noch dazugab, will er „bei einem passenden Anlass“ aber doch mal tragen.

Ist Möller nicht enttäuscht, dass es nur zu Bronze gereicht hat? „Nein, das war vollkommen okay“, findet er. In Gold ging der Ring an die „Mutter Teresa von Detmold“. Ruth Pachnicke (80), Mutter eines Sohnes mit Down-Syndrom, leitet seit fast 30 Jahren einen Gesprächskreis für Eltern behinderter Kinder. Silber bekamen die Senioren des Heimatvereins Leopoldshöhe und der Initiator des Bürgerbusses Kalletal. Die übrigen beiden Bronze-Preisträger sind die im Blindenverein Lippe aktiven Gisela und Horst Biere sowie Helga Becker vom ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Lippe.

Sein Engagement im Verein will Möller in Zukunft allerdings etwas zurückfahren und das Feld Jüngeren überlassen. Denn sein Job als Physik- und Mathelehrer am Gymnasium Paderborn fordert ihn eigentlich genug. Aber spätestens nach seiner Pensionierung möchte er das nachholen, was ihn einst zum Mitgründer der Lügder Musikschule werden ließ: „Ich spiele selbst kein Instrument“, sagt Möller, der seinen Kindern diese Chance eröffnen 1989 wollte. „Kann durchaus sein, dass ich dann ein Blasinstrument lerne.“

Sein „beharrliches Engagement“ für die Musikschule Lügde hat Manfred Möller einen der ersten sechs „lippischen Ehrenringe“ eingebracht. Der vom Landrat ausgezeichnete ehrenamtliche Schul-Chef gesteht: „Ich war wirklich überrascht, dass wir dabei waren“.

Foto: pr



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