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Ausbauplan für Arminiusweg entzweit Anwohner und Politiker

Überdimensioniert?

LÜGDE. Der Lügder Arminiusweg soll nun entgültig ausgebaut und erschlossen werden. Das hat der Ausschuss für Stadtentwicklung beschlossen. Dabei haben sich die Politiker für eine von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Ausbauvariante entschieden, die 200 000 Euro kosten wird. Diesen Betrag halten Anlieger für zu hoch und vermuten, dass dieser Ausbau überdimensioniert sei.

veröffentlicht am 09.07.2018 um 18:18 Uhr

Der Arminiusweg soll ausgebaut werden – die Frage ist nur wie. Foto: jl
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Carlhermann Schmitt Reporter
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So erklärte Harald Rinsche: „Andere fahren den Weg kaputt und wir müssen dafür bezahlen.“

Das wollte Bauamtsleiter Gregor Günnewich nicht so im Raum stehen lassen und stellte die Planungsgrundlagen noch einmal im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen vor. Dabei stellte er klar: „Der Fahrbahnaufbau ist geregelt in den Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen.“ Der Arminiusweg sei klassifiziert als Wohnstraße. „Es gibt noch die Kategorie Wohnweg, aber das macht für die Belastungsklasse keinen Unterschied“, merkte er noch an. Für die Wohnstraße gelte die Belastungsklasse Bk0,3. Die Bodenart sei als „Schluff“ beziehungsweise „stark schluffiger Kies“ zu betrachten. „Deshalb gilt hier die Frostempfindlichkeitsklasse F3.“ Das Regelwerk für den Straßenbau bestimmt für eine Straße, die obige Merkmale aufweist, eine Mindestdicke für einen frostsicheren Oberbau von 50 Zentimeter. „Das ist die Berechnungsbasis für die weiteren individuellen Merkmale der Straße, für die ebenfalls das Regelwerk eindeutige Bestimmungen aufweist.“ Der Arminiusweg liegt in der Zone 2 für die Frosteinwirkung, das heißt es müssen fünf Zentimeter hinzugezählt werden. Es liegen weder besondere Klimaeinflüsse vor, noch kritisches Grundwasser. Also keine Veränderung der Dicke. Der Höhenverlauf als Gradiente dargestellt erfordert weitere fünf Zentimeter. „Da die Entwässerung der Fahrbahn und der Randbereiche über Rinnen bzw. Abläufe und Rohrleitungen erfolgt, dürfen wieder fünf Zentimeter abgezogen werden, sodass ein Gesamtaufbau von 55 Zentimeter Höhe gefordert ist.“ Diese Rechnung, betonte Günnewich noch einmal, sei unter der Annahme aufgemacht worden, dass der Arminiusweg eine Wohnstraße sei und berücksichtige keine Ernte- und Schwerlastfahrzeuge. „Und das betrifft auch die Straßenbreite, für die die Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) heranzuziehen ist.“ Danach richte sich der Querschnitt nach dem Verkehr und dem Städtebau. Auch hier trifft die Charakterisierung als Wohnstraße auf den Arminiusweg zu. Die von der Verwaltung vorgeschlagene und vom Bauausschuss abgesegnete Planung sieht eine Breite von 4,50 Meter vor. „Das ist nicht einmal die geforderte Straßenbreite für PKW-Begegnungsverkehr.“ Keine Rede also von dem von den Anwohnern unterstellten LKW-PKW-Begegnungsverkehr, für den das Regelwerk eine Breite von 5,55 Meter fordert.

„Wir haben uns wegen des starken Gefälles der Straße für einen gepflasterten statt nur geschotterten Angebotsstreifen von einem Meter Breite entschieden“, so Günnewich. Der Mehrzweckstreifen dient als Ausweichmöglichkeit, sollte doch einmal ein breites Fahrzeug passieren, als Gehweg und als Parkmöglichkeit.

„Die Verwaltung hat also ihren Ermessensspielraum in Summe soweit wie möglich ausgeschöpft, um den Straßenbau preisgünstig zu gestalten“, fasste Günnewich seine Ausführungen zusammen und wurde von Bürgermeister Heinz Reker bestärkt, der zwar verstehe, dass niemand begeistert ist, wenn ihm eine Rechnung ins Haus flattert, sich aber wünschte, dass die Betroffenen zunächst das Gespräch mit der Verwaltung suchten, um gemeinsam die Möglichkeiten auszuloten. Auch der Ausschuss wünschte sich mehr Kommunikation und will sich Gedanken über zusätzliche Möglichkeiten machen, Betroffene in die Entscheidungen einzubinden.



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