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Wetterextreme der vergangenen Jahre begünstigen lokalen Holzverkauf

Überangebot an Festmetern

„Ist das der Klimawandel?“ In diesem Jahr wurde bereits 4300 Festmeter Holz verkauft - noch einmal halb so viel darauf wartet, verkauft zu werden. Eigentlich – so zumindest sah es der zehnjährig Forstbetriebsplans vor – sollten 3523 Erntefestmeter verkauft werden. Friederike und der nachfolgende Befall durch Borkenkäfer bescherte dem Förster schon über 6000 Festmeter Holz.

veröffentlicht am 05.12.2018 um 15:26 Uhr

Grafik: mib
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Carlhermann Schmitt Reporter
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„Ist das der Klimawandel“, wurde Forstbetriebsinspektor Dietmar Blum im Lügder Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Forsten gefragt, als er berichtet hatte, dass in diesem Jahr bereits über 4300 Festmeter Holz verkauft worden sind und noch einmal halb so viel darauf wartet, verkauft zu werden. Mit einer konkreten Aussage wollte Blum nicht dienen, stellte aber fest, dass die Wetterextreme zugenommen haben. Er verwies aber auch darauf, dass Wetterereignisse zumindest in seinem Gebiet der Forst durchaus lokal zu betrachten seien: „Wir hatten zwar diesen langen warmen und trockenen Sommer. Erinnern Sie sich aber an das gewaltige Gewitter im vergangenen Jahr? Deshalb sind bei uns die Kulturen gut angewachsen.“ Und dieser Starkregen ist zwar in Lügde heruntergekommen, nicht aber beispielsweise in Blomberg, weshalb es dort zu einem Totalausfall gekommen ist. Extrem langer Sommer und das Orkantief Friederike, das verheerende Schäden in Deutschland im Gesamtwert von rund einer Milliarde Euro angerichtet hat, hat auch reihenweise Bäume im Lügder Forst entwurzelt und umgeknickt.

Eigentlich – so zumindest sah es der zehnjährig Forstbetriebsplans vor – sollten 3523 Erntefestmeter verkauft werden. Friederike und der nachfolgende Befall durch Borkenkäfer bescherte dem Förster schon über 6000 Festmeter Holz. „Wir konnten auch noch weitgehend gute Preise dafür erzielen“, hatte Blum einen kleinen Trost, dass aufgrund langfristiger Verträge der Markt noch nicht einschlagend auf das von Friederike erzeugte Überangebot reagieren konnte. Und so stehen im Haushaltsansatz der Forst Erlöse aus dem Holzverkauf von knapp 230 000 Euro und im nächsten Jahr gut 273 000 Euro. „Dabei habe ich mich um realistische Preisvorhersagen bemüht“, betonte Blum vor dem Ausschuss. Betont aber, dass mit dem Ergebnis nur zu rechnen sei, wenn alles Holz verkauft werden kann.

Dieses Jahr sieht Blum einen Überschuss von 50 000 Euro, im kommenden Jahr eine schwarze Null, da dann die Rechnungen der Forstunternehmer von 90 000 auf knapp das Doppelte steigen und statt 50 000 Euro über 80 000 Euro in die Unterhaltung der Forst gesteckt werden müssen. Allerdings ist der Borkenkäfer, der die Fichten befallen hat, noch nicht ausgerottet, sodass Blum damit rechnet, aufgrund des Befalls noch in den nächsten zwei Jahren Fichten schlagen zu müssen.

Im Zusammenhang mit der für das kommende Jahr geplanten Wiederaufforstung ging Blum nochmals auf den Klimawandel ein: „Auf alle Fälle werden wir mehr widerstandsfähigere Laubbäume pflanzen.“ Und auch innerhalb der Nadelbäume setzt Blum immer weiter auf die Douglasie. „Die schnell wachsende Fichte ist zwar sehr anfällig, lässt sich aber sehr gut verkaufen. Dennoch werde ich neben 19 000 Fichten auch etwa 7000 Douglasien anpflanzen lassen.“ Dazu kommen 500 Lärchen, 23 000 Buchen und 600 Eisbeeren. Knapp 76 000 Euro wird die Wiederaufforstung im nächsten Jahr kosten.



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