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Probleme liegen bei der Sortierung

Ärger mit der Grünen Tonne: Ausschuss macht sich schlau

LÜGDE. Über das Thema „Grüne Tonne“, das zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Forsten am Dienstag, 10. April, auf der Agenda steht, sollen sich die Mitglieder vor Ort informieren. Geplant ist eine Fahrt zum Kompostwerk Lemgo der Abfallbeseitigungs GmbH Lippe. Treffen zur Bildung von Fahrgemeinschaften nach Lemgo ist um 17.45 Uhr am Rathaus.

veröffentlicht am 04.04.2018 um 17:35 Uhr
aktualisiert am 04.04.2018 um 18:40 Uhr

Diese Grüne Tonne ist richtig befüllt – das kann man aber nicht von allen Behältnissen sagen. Foto: Dana
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Zum Kompostwerk Lemgo wird auch der Inhalt der Biotonnen, also der so genannten „Grünen Tonnen“ aus Lügde angeliefert. Er landet dort in einer Biogasanlage, deren Gas zur Stromerzeugung weiterverwendet wird. Das einwandfreie Funktionieren der Biogasanlage setzt allerdings ebenso einwandfreies Füllgut voraus.

Genau da aber gibt es Probleme, die Manfred Engel vom Fachbereich Ordnung und Soziales der Stadtverwaltung Lügde mit knappen Worten benennt: „Sie liegen in der Sortierung.“

Ob es nun an mangelnder Aufklärung, an Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit oder möglicherweise gar an Gleichgültigkeit der Besitzer „Grüner Tonnen“ liegt, sei zunächst dahingestellt. Fest stehe aber, so Engel, dass das, was in den Tonnen landet keineswegs nur Bioabfall ist. Da seien dann zum Beispiel häufig genug auch Kunststoff- oder Metallteile dabei. „Und zwar solche“, wie Engel im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert, „die die Sortieranlage im Kompostwerk eben nicht rausfischen kann.“ Dann gibt es da auch noch jene Plastiktüten, die als umweltfreundlich, weil verrottbar deklariert sind. Manfred Engel dazu: „Die Leute handeln im guten Glauben, es sei völlig ok, wenn sie die in ihre Biotonne werfen – ist es aber nicht.“ Denn der Verrottungsprozess dieser Müllbeutel dauere mehrere Jahre. Sie seien deshalb für die Biotonnen nicht zulässig.

Noch deutlich über das, was Engel an Unzulässigem in den „Grünen Tonnen“ nennt, geht hinaus, was Regine Lükermann vom Kompostwerk in Lemgo an geradezu unglaublichen Funden nennen kann. Das fängt bei altem Brot an, das einschließlich seiner Zellophanverpackung in der Biotonne landet, und geht über ungeöffnete Konservendosen bis hin zu schimmeligen Speisepilzen, die sich noch in ihren Gläsern befinden.

„Das alles“, so die gleichlautende Aussage von Regina Lükermann und Manfred Engel, „gehört definitiv nicht in die Biotonne. Vielmehr soll sie mit Grünabfällen jeder Art befüllt werden. Auch Speisereste können in die „Grüne Tonne“ entsorgt werden, aber eben keinerlei Verpackungen oder jegliches andere Material, das sich nicht auf kurzem Wege zersetzt und in wertvollen Kompost verwandelt. Denn der verliert ganz entscheidend an Wert, wenn sich Plastikstücke oder Metallteile darin wiederfinden.

„Weil das aber leider in jüngerer Zeit immer häufiger vorgekommen ist, werden wir künftig schwerpunktmäßig den Inhalt der Biotonnen vor der Abfuhr kontrollieren“, kündigt Engel an. Eventuell würden dazu sogar zusätzliche Müllwerker als Begleitung der Abfuhrfahrzeuge eingesetzt. Fest stehe bereits jetzt, dass falsch befüllte „Grüne Tonnen“ künftig nicht mehr entleert würden, sondern mitsamt ihrem Inhalt vor der Haustüre stehenblieben. „Das ist der erste Schritt“, mahnt Manfred Engel auf die Nachfrage, ob auch an weitergehende Sanktionierungen gedacht sei.



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