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Grundschul-Geburtstag heute ab 14 Uhr

60 Jahre nach der Weihe wird gefeiert

Fast sechs Stunden Festreden – wenn Lügdes St.-Marien-Grundschule heute Geburtstag feiert, dann sollen die Besucher nicht so gequält werden wie bei der Weihe vor 60 Jahren, bei minus 11 Grad im Februar. „Es soll ein Fest sein für alle, an dem die Kinder Spaß haben“, gibt Rektorin Anneli Runte als Losung aus.

veröffentlicht am 16.04.2016 um 00:01 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Lügde. „57 Kuchen – das reicht doch?!“, fragt Schulsekretärin Elisabeth Günnewich ins Lehrerzimmer der Lügde Grundschule hinein. „Na klar“, lautet die beruhigende Antwort. Was auf dem großen Lehrertisch liegt, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Es glitzert und gehört zu einem noch streng geheimen Auftritt, den Anneli Runte und ihr Kollegium gegen 14 Uhr auf die Bühne bringen wollen. Am besten draußen, wenn – hoffentlich – das Wetter passt. Denn heute lädt die St.-Marien-Grundschule die Lügder aus einem speziellen Anlass zum Feiern ein: Vor 60 Jahren wurde die damals katholische Schule eingeweiht. Allerdings im Februar, bei 11 Grad minus. Fast sechs Stunden lang dauerten die Festreden. Im Zeitungsartikel über die Weihe ist zudem zu lesen, „die katholische Lehrerschaft solle ein Bollwerk sein gegen jede Verneinung und den Antichrist“.

Solche knackigen Sätze sind bei der heutigen Feier nicht zu erwarten. „Es soll ein Fest sein für alle, an dem die Kinder Spaß haben“, sagt Anneli Runte. Damit der Spaß möglichst groß wird, hat die Rektorin den Termin statt am Weihe-Jubiläum, dem 2. Februar, am Datum der ersten Einschulung orientiert. Am 12. April 1956 wurden 388 Jungen und Mädchen der Klassenstufen 1 bis 8 sowie sieben Lehrkräfte in dem binnen drei Jahren errichteten Neubau an der Waldstraße begrüßt. 1968 zogen die Hauptschüler auf den Ramberg. Heute werden in der 1982 mit der evangelischen Schule fusionierten Grundschule 218 Kinder von 14 Pädagogen unterrichtet.

Gerade neulich kam eine Schülerin ins Grübeln und fragte Anneli Runte: „Wie alt bist Du eigentlich, wenn Du schon immer hier bist?“, erzählt die Rektorin schmunzelnd.

Die 62-Jährige konnte das Mädchen aufklären. Sie unterrichtet erst seit 1979 an Lügdes Grundschule. Deren Leitung übernahm sie 20 Jahre später von Johannes Theodor Eickmann, als der in den Ruhestand ging.

Was ihre eigene Zukunft betrifft, so hat sich Runte noch nicht festgelegt. „So lange ich mich wohl und gesund fühle, mache ich weiter“, sagt sie. „Längstens bis zum Sommer 2020.“ Und die gebürtige Kasselerin verrät, dass sie nach dem Studium in Münster und dem Referendariat im Ruhrgebiet eigentlich auf eine Stelle in ihrer Heimatstadt hoffte. Aber dann kam das Angebot aus Lügde. „Eine evangelische Lehrerin an einer katholischen Schule – das halbe Jahr kriegste irgendwie rum“, erinnert sich Runte an ihren Start. Dass ihr die Arbeit nach 37 Jahren immer noch Spaß macht, schiebt sie nicht zuletzt auf ihr Kollegium. „Mit engagierten Kollegen kann man manches bewerkstelligen“, findet sie.

Spaß an der Arbeit brauchen die Pädagogen auch. In den Klassen sitzen zwar nur noch halb so viele Kinder wie vor 60 Jahren. Aber die Erwartungen sind höher. „Wenn etwas nicht klappt, ist die Schule schuld“, sagt Runte und hat dabei sowohl die Helicopter-Eltern im Blick als auch jene, die der Schule gleich die ganze Kindererziehung überlassen. Hinzu komme, wie überall, der stetige Zuwachs an Bürokratie.

An die wollen die Pädagogen heute aber nicht denken. Sie fiebern jetzt dem Schulfest entgegen, das sie zusammen mit den Kindern und engagierten Eltern aus dem Förderverein wochenlang vorbereitet haben.

Die großen und kleinen Besucher können sich unter anderem freuen auf eine Goldsuche, eine Pferderennbahn, einen Gaukler und andere Attraktionen. Neben dem von Eltern gespendeten Kuchen gibt’s auch Würziges zu essen. Gefeiert wird von 14 bis 18 Uhr.



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