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Stadt Lügde kauft sich bei Westfalen Weser ein

3,6 Millionen Euro fürs Energienetz

Lügde. Die Stadt Lügde wird sich für rund 3,6 Millionen Euro an der Westfalen Weser Energie (WWE) beteiligen. Letztere wird am kommenden Montag die kompletten Anteile von e.on am Netzbetreiber e.on Westfalen Weser (EWA) kaufen. Das hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend mit der überwältigenden Mehrheit von 19 zu zwei Stimmen beschlossen. Die EWA ist ein Netzbetreiber für Strom, Gas und Wasser mit Sitz in Paderborn.

veröffentlicht am 19.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

von carlhermann schmitt
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Was hat das für Auswirkungen? Lügdes Bürgermeister Heinz Reker gab die erste Antwort: „Für die betroffenen Bürger ändert sich nichts, denn die Netzentgelte werden von der Bundesnetzagentur geregelt, sodass die neuen Eigentümer nicht nach Haushaltslage an der Preisschraube drehen können.“ Die zweite folgte von Kämmerer Hans-Jürgen Wigge: „Nach dem Erwerb sieht der Ergebnisplan unseres Haushalts besser aus.“

Denn die Stadt Lügde muss selbst nur zehn Prozent des Preises sofort bezahlen. Der restliche Teil der Kaufsumme wird durch die WWE fremdfinanziert. Für die 358 000 Euro, die der Kämmerer überweisen muss, nimmt er einen Kredit mit attraktiven Zinsen in Höhe von 1,02 Prozent auf. Gleichzeitig bekommt er für diesen Betrag einen Gewinn in Höhe von drei Prozent überwiesen. Somit steht für die Stadt ein Plus von knapp unter zwei Prozent unterm Strich.

Auch mit dem nicht bezahlten Anteil wird ein Gewinn in Höhe von drei Prozent erwirtschaftet. Der verbleibt aber bei der WWE, die damit das aufgenommene Fremdkapital verzinst und zurückbezahlt. „Das wird rund 25 Jahre dauern“, prognostizierte Reker. „Danach fließen die Gewinne in Gänze in den Stadtsäckel.“ Alle Kosten zum Unterhalt des Netzes sollen direkt auf den Bürger umgelegt werden, also nicht die Gewinnmarge beeinflussen.

Schon jetzt hält die WWE gut 37 Prozent an der EWA. Da der Energiekonzern im November letzten Jahres vorgeschlagen hatte, seine Anteile komplett an die Kommunen zu übergeben, liefen seitdem bei den betreffenden Kommunen die Modellrechnungs- und juristischen Abteilungen auf Hochtouren, um das Angebot auf alle möglichen Eventualitäten abzuklopfen. „Es wurden zwei Gutachten angefertigt“, fasste Heinz Reker zusammen: „Eins, das die Optionen aus neutraler Sicht bewertet, und eins, das die Käuferseite in den Mittelpunkt stellt.“ Und beide kamen zu dem Schluss, dass es sich um ein sehr attraktives Angebot handele.

Da dreieinhalb Millionen Euro nicht nur die Portokasse betreffen, haben sich die lippischen Kommunen Lage, Barn-trup, Extertal, Schlangen und Lügde, für die alle viel Geld auf dem Spiel steht, noch einmal zusammengetan und gemeinsam die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Wibera“ beauftragt, das hochkomplexe Thema ein weiteres Mal unter die Lupe zu nehmen. In der öffentlichen Sitzung versicherte der Wirtschaftsprüfer Moritz Meyer noch einmal, dass alle Daten in Ordnung und keine Fallstricke zu erkennen gewesen seien.

Entscheidend für die Ratsmitglieder war aber auch, dass die Energieversorgung der Bevölkerung Teil der kommunalen Daseinsvorsorge ist. So haben die betreffenden Kommunen Einfluss auf den Zustand der Energienetze vor Ort und zukünftig die Möglichkeit, flexibel auf die Notwendigkeiten, die noch aus der Energiewende erwachsen können, zu reagieren.

Mit einer überwältigenden Mehrheit hat der Rat der Stadt Lügde am Montagabend beschlossen, sich bei der Westfalen Weser Energie einzukaufen.yt



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