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Storchenstation Elbrinxen

279 Jungstörche in die Welt geschickt

ELBRINXEN. 1987 hat das Abenteuer mit einem Jungstorch begonnen. „Seitdem hat die Storchenstation Elbrinxen 279 Jungstörche in die Welt geschickt. „Es könnten in Zukunft auch noch mehr werden“, meint der Vorsitzende der Storchenfreunde Günter Kopei anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins.

veröffentlicht am 11.03.2018 um 12:10 Uhr

Seit 1987 kümmern sich die Elbrinxer um Störche. Foto: Archiv/Falko Sieker

Autor:

Carlherman Schmitt
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„Also eine Storchendame ist schon ganz schön kokett. Mit der haben wir im letzten Sommer ganz schön was erlebt“, erinnerte sich der Chef der Elbrinxer Storchenstation Günter Kopei. Es ist die junge Partnerin eines Storches, dessen langjährige Gefährtin im Jahr zuvor gestorben war. Die junge Dame flog nämlich auch noch in ein anderes Nest und ließ sich von dem dortigen Storchenherren auch noch verwöhnen. „Aber wir vermuten, dass sie in diesem Jahr etwas sesshafter ist, nachdem sie ihre Eier dann doch bei unserem ‚Witwer‘ ins Nest gelegt hat.“ Das hofft zumindest Rolf Klinge, der sich um die Tiere kümmert.

Zum Aufgabengebiet des Storchenvereins gehört die Reinigung und Pflege der Nester. Und auch die Tiere zu füttern. „Die Störche sind Wildtiere. Und sollen auch Wildtiere bleiben“, betont Klinge. Er sehe aber auch keinen Widerspruch darin, die Störche notfalls zu füttern, wenn sie in freier Wildbahn nichts finden könnten. „Die Vögel fressen keine Körner oder Ähnliches. Sie sind auf Eiweiß angewiesen. Und wenn die Böden gefroren sind, müssten sie verhungern.“ Das fordern manche Naturschützer. „Die blenden aber aus, dass heutzutage erreichbare Beutetiere nicht mehr in dem Maße vorhanden sind und im Winter fast völlig fehlen,“ erinnerte Klinge an Zeiten, als längst nicht jeder Tümpel zugeschüttet, Bäche nicht eingerohrt und Grasflächen nicht zubetoniert worden seien. „Da gab es überall noch Hühner. Und die wurden nicht in der guten Stube gefüttert, sondern im Freien, wo damit auch automatisch genug für andere Tiere übrig war. Heute sind Ställe und Scheunen oft hermetisch versiegelt, was die ‚Natur‘ auch stark beeinflusst hat.“

Deshalb lassen es sich die Elbrinxer Storchenfreunde auch nicht ausreden, mit Augenmaß zuzufüttern. 17 Jungstörche – genausoviele wie 2016 wurden im vergangenen Jahr in der Storchenstation Elbrinxen groß. „Sie hatten sich schon am 9. August auf den Weg nach Süden gemacht“, berichtete Kopei. Sie bildeten dann Junggesellengruppen und flögen einen Monat früher los als die Altvorderen. So hätten sie mehr Zeit, die Welt zu erkunden. „Manche zieht es nach Afrika, andere überwintern in Südfrankreich oder Spanien. Sie kehren aber nicht mehr zu uns zurück“, so Kopei. „1987 hat das Abenteuer mit einem Jungstorch begonnen“, erinnert er sich. „Seitdem haben wir 279 Jungstörche in die Welt geschickt. Es könnten in Zukunft auch noch mehr werden.“

Der Vorsitzende berichtete jetzt den Vereinsmitgliedern von Orten, in denen fast auf jedem Dach ein Storchennest sei. „Da ärgern sich die Besitzer nicht über Kot in der Regenrinne, sondern sind betrübt, wenn bei ihnen kein Storch einzieht.“ Das könnte sich der Storchenverein auch für Elbrinxen vorstellen. Da bedürfe es allerdings auch einer gewissen Unterstützung. „Wir wünschen uns, dass wir die Drehleiter der Lügder Feuerwehr sporadisch für die Nestpflege nutzen dürften“, erklärte Kopei, teilte aber auch mit, dass Bürgermeister Heinz Reker sich zumindest für dieses Jahr dagegen ausgesprochen habe. Ortsbürgermeister Hermann Wenneker begründet das damit, dass die Feuerwehr noch nicht routiniert im Einsatz dieses noch recht neuen Geräts sei. „Wenn die Feuerwehrkameraden so weit sind, kann man sich gerne noch einmal zusammensetzen“, versicherte er.



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