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Zukunftsvisionen für Grupenhagen

Wie sieht das Dorf 2030 aus? Bürger und Klimaschutzagentur überlegen Chancen zur Klimaneutralität

GRUPENHAGEN. „Wir haben sie noch alle vor Augen: die Bilder von den unvorstellbaren Wassermassen von Ahr und Erft. Die Klimakatastrophe ist in unseren Wohnzimmern angekommen. Einer Umfrage zufolge rangiert das Problem ‚Umwelt und Klima‘ noch vor dem scheinbar alles dominierenden Thema ‚Corona‘“, wie Detlef Brockmann, der Vorsitzende der Zukunftswerkstatt Grupenhagen, zu Beginn der Bürgerversammlung einleitend ausführte.

veröffentlicht am 17.09.2021 um 13:00 Uhr

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Reporterin

Neben den gastgebenden Zukunftswerkern hatten an diesem Abend der Bauassessor Dipl.-Ing. Patrick Bienstein sowie Dr.-Ing. Michael Kruse von der Hamelner Klimaschutzagentur das Wort. Mit der Gründung der Zukunftswerkstatt war unter anderem der Umwelt- und Naturschutz als Zielsetzung beschlossen worden. Aus ersten Überlegungen zum Klimaschutz wurde dann sogleich ein Pilotprojekt.

Nun soll gemeinsam mit der Klimaschutzagentur Weserbergland ein Konzept erarbeitet werden, das alternative Möglichkeiten der Wärme- und Stromerzeugung eventuell als Quartierslösung aufzeigen und auch Impulse zur Dorfentwicklung und Mobilität geben soll, wie Brockmann erläutert. Das Klimaschutz-Projekt, über dessen aktuellen Stand die Agentur im Rahmen der Bürgerversammlung informierte, wird mit Hilfe von öffentlichen Zuschüssen von Bund und Land sowie einer Restfinanzierung durch den Flecken Aerzen gedeckt.

Die Klimaschutzfachleute hatten ihre Hausaufgaben sorgfältig gemacht: Sie verschafften sich einen ersten Überblick über die Ist-Situation vor Ort und die sei unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes alles andere als neutral. In Grupenhagen werde überwiegend mit Öl geheizt, ein Gasanschluss ist nicht vorhanden. Die Bausubstanz ist größtenteils in die Jahre gekommen – wenn nicht gar in die Jahrhunderte. Doch es gibt auch positive Feststellungen: Die innerörtliche Bebauung sei so locker, dass sich fast auf jedem Dach Sonnenenergie in Strom verwandeln ließe. Soviel Strom sogar, dass nicht benötigte Energie ins öffentliche Netz eingespeist werden könnte. Und die Bevölkerung zeigt Interesse und steht dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, ein weiterer Pluspunkt für Grupenhagen.

Rund 40 Bewohner ließen sich durch den Überblick über den aktuellen Stand der Projektplanung informieren. „Das hier ist noch keine fertige Lösung! Nun sind wir alle gefordert, unsere Meinung mit einzubringen und vielleicht auch neue Impulse zu geben. Deshalb meine Bitte: Macht alle mit!“, animiert Brockmann. So wurden in Kleingruppen die Stärken und Schwächen des Ortes benannt, Chancen und Risiken überörtlicher Entwicklung erörtert und Visionen für Grupenhagen im Jahr 2030 entwickelt. Anhand der vielen aufgenommenen neuen Hinweise, mit denen sich zunächst die Klimaschutzagentur beschäftigt, bekommen die Fachleute einen Eindruck, wo in Grupenhagen der Schuh drückt und wohin die Entwicklung gehen soll. Hier setzt nun ihre Arbeit an. Anschließend werden mögliche konkrete Maßnahmen zusammen mit den Bürgern, die in drei unterschiedlichen Themengruppen zukünftig mitarbeiten möchten, weiterentwickelt.

Sowohl die beiden Experten von der Klimaschutzagentur Weserbergland als auch das Vorstandsteam der Zukunftswerkstatt zeigten sich von der hohen Bürgerbeteiligung erfreut und geben sich zuversichtlich, dass die Konzepterstellung damit beste Chancen hat, zu einem Erfolgsmodell zu werden. Abschließend zitierte Brockmann den Klima-Rat: „Der Klimawandel ist real. Wir sind die Ursache. Er ist gefährlich. Die Fachleute sind sich einig. Wir können noch etwas tun.“



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