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Von der AKW-Gegnerin zur Befürworterin

Nur einige Dutzend Demonstranten zogen im September vor das Atomkraftwerk Grohnde – doch sie übermittelten eine überraschende Botschaft: Sie forderten, dass die Kernenergie in Deutschland eine Zukunft haben muss, um dem Klimawandel zu begegnen.

veröffentlicht am 02.01.2021 um 12:00 Uhr

Als Rednerin mit dabei war die Wissenschaftlerin Dr. Anna Veronika Wendland, die seit einigen Jahren unter anderem im AKW Grohnde forscht. Wie auch an diesem Protest-Wochenende, zu dem der atomfreundliche Verein Nuklearia aufgerufen hatte: Wendland, früher selbst Gegnerin der umstrittenen Energieform, arbeitete auf dem Leitstand. „Die Anlage schnurrt, die FD-Leitungen draußen zwitschern in ihren Aufhängungen, die Maschinentrafos knistern“, notierte sie kurz vor der Demo auf ihrer Facebook-Seite. „Wie werde ich diese Geräusche vermissen, wenn die Diva ab 2022 zwangsstillsteht!“ Zwischenzeitlich mischte sie sich unter die Demonstranten. „Wenn wir vom Klimanotstand reden, dann darf man nicht über die Abschaltung der Kernkraftwerke schweigen“, forderte sie. Das entspricht ihrem Credo eines atomfreundlichen Memorandums, das sie kurz zuvor mit dem als Atomkritiker bekannten Wissenschaftler Dr. Rainer Moormann zusammen verfasst hatte. Bundesweite Aufmerksamkeit war ihnen gewiss – sogar den Neubau von Reaktoren schließen sie nicht aus. cb



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