weather-image
×

Gemeinde muss allein für Anschaffungskosten aufkommen

Saubere Luft in Aerzens Schulen

AERZEN. Im Interesse der Schulkinder wurde nicht lange gefackelt: Aerzens Grundschüler und -schülerinnen sollen in gereinigter Luft lernen können. Kaufen muss die Kommune die Geräte aber selber – Bund und Land zahlen nur, wenn sich die Fenster zum Lüften nicht öffnen lassen.

veröffentlicht am 26.09.2021 um 16:44 Uhr

59.225-02

Autor

Reporterin

Dass der Flecken Aerzen allein für die Anschaffungskosten der Luftfilteranlagen für die beiden Grundschulen in Aerzen und Groß Berkel aufkommen muss und sich Land und Bund mit einer Bezuschussung zurückhalten, war schon bei der Antragstellung durch die SPD/Grüne/Linke-Mehrheitsgruppe im Aerzener Rat absehbar.

Der Grund, warum die öffentlichen Förderprogramme vor Ort nicht greifen: „Die Fenster in den beiden Schulgebäuden in Aerzen und Groß Berkel lassen sich zum Lüften weit genug öffnen, sodass ausreichend Luft in die Klassenräume gelangt und dadurch die vorgegebene Lüftungsregel 20-5-20 eingehalten werden kann. Nur wo dieses nicht möglich ist, unterstützen Land und Bund die Anschaffung von Filtern finanziell“, bedauert Aerzens Bürgermeister Andreas Wittrock und fügt an, dass im Interesse der Schulkinder dennoch nicht auf Luftfilter verzichtet wird.

Gelüftet werden müssen die Klassenräume aber auch mit den neuen Luftfilteranlagen regelmäßig, sonst schlagen die in den Klassenräumen installierten CO2-Ampeln Alarm, wie Aerzens Grundschulleiter Thomas Krumschmidt erläutert. Die Kindergärten im Flecken Aerzen hatten bei der Bedarfsermittlung durch die Verwaltung von vornherein abgewunken und für den Einsatz der Luftreinigungstechnik in den Räumen ihrer Einrichtungen keinen konkreten Bedarf gesehen. „Pünktlich zum Schulstart nach den Sommerferien konnten die mobilen Anlagen in den Grundschulen in Aerzen und Groß Berkel in Betrieb gehen, nachdem der Rat im Flecken Anfang Juli die Anschaffung von Luftfiltergeräten für alle 22 Unterrichtsräume beschlossen hatte“, erklärt Aerzens Bürgermeister.

Allerdings war die Freude über die neue Technik in den beiden Schulen anfangs nicht überall gleich groß. Während aus Groß Berkel keine Reklamationen kamen, bemängelte die Aerzener Grundschule den hohen Geräuschpegel, den die Geräte im Betrieb verursachen. Mit technischer Unterstützung durch den Kundendienst konnte dieses Problem mittlerweile aber behoben werden. Eine gewisse permanente Geräuschkulisse durch den Betrieb der Anlagen lässt sich allerdings nicht vermeiden.

Die mobilen Luftfiltergeräte kosten insgesamt 66 000 Euro in der Anschaffung, hinzu kommen regelmäßige Wartungskosten. Die Voraussetzungen, um Förderungen beantragen zu können, scheinen nicht nur in Aerzen nicht gegeben zu sein. Auf Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag teilt aktuell das Bundeswirtschaftsministeriums mit, dass die seit Juli bereitstehenden Bundesmitteln für mobile Luftreiniger zum Schutz vor Corona an Schulen und Kindertagesstätten von den Bundesländern offenbar noch nicht genutzt worden sind.

„Mittel wurden bislang nicht abgerufen“, heißt es in der Antwort des Ministeriums. Das erklärte Ziel der Förderung sei es, „dem Infektionsrisiko in Innenräumen im Herbst und Winter entgegenzuwirken und die Kinderbetreuung sowie den Präsenzunterricht an den Schulen weiter aufrechtzuerhalten“, so das Ministerium. Die Bundesregierung hatte am 14. Juli beschlossen, die Länder bei der Beschaffung der Geräte mit bis zu 200 Millionen Euro zu unterstützen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige

Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

Immobilien mieten

Immobilien kaufen