weather-image
×

Mehrheitsgruppe vertraut auf Zusammenarbeit in der Vergangenheit – und will nun neue Akzente setzen

Rot-Rot-Grün gibt Linie im Rathaus vor

AERZEN. Vertreter von SPD, Grünen und der Partei „Die Linke“ sehen gute Voraussetzungen, um ihre Arbeit als Mehrheitsgruppe im Aerzener Gemeinderat fortzusetzen. „Das hat in den letzten fünf Jahren gut geklappt – und jetzt sind wir für die Zukunft auch zuversichtlich“, sagte Sozialdemokrat Michael Schlie als Sprecher der Gruppe nach ihrer konstituierenden Sitzung am Montag. Ihm zur Seite stehen als gleichberechtigte stellvertretende Gruppen-Sprecher Frank Pook (Die Linke) und Cornelia Händchen (Grüne).

veröffentlicht am 27.10.2021 um 09:00 Uhr

Christian Branahl

Autor

Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Pook, der erneut als einziger Vertreter seiner Partei dem Rat angehört, sieht „sehr große Schnittmengen mit hoher Übereinstimmung“ in den Programmen. „Eine gute Grundlage, auf der man aufbauen kann“, sagt er. Komplett personell neu aufgestellt starten die Grünen in die neue Wahlperiode. Sie hatten zuvor auch „wohlwollende Gespräche“ mit der CDU geführt, wobei einige gemeinsame Themen festgestellt worden seien, sagt Fraktionsvorsitzende Cornelia Händchen. Doch gerade mit der SPD gebe es die meisten übereinstimmenden Ziele. „Das ist der richtige Weg“, meint sie über die Fortsetzung der Gruppenarbeit. Dazu hätten die Grünen einen schriftlichen Rahmen formuliert, der die „drängenden Themen der Zeit“ festschreibe – weniger als Korsett, sondern eher als Leitfaden, der immer wieder als Orientierung dienen und regelmäßig fortgeschrieben werden solle, meint Händchen.

Die SPD erwartet eine konstruktive Zusammenarbeit. Das gelte ebenso für bereits begonnene Projekte für eine familienfreundliche Kommune, etwa in den Bereichen Kindergärten – mit der Erweiterung in Grupenhagen und einem möglichen Neubau in Reher –, aber auch für Grundschulen mit Schwerpunkt nun in Groß Berkel, meint Schlie. Bei einem Zusammenschluss von drei Parteien zu einer Mehrheitsgruppe „können wir uns natürlich auch mal in die Flicken bekommen“, doch Probleme grundsätzlicher Art seien nicht zu erwarten.

In dem noch nicht komplett vollendeten Grundlagenpapier sieht Schlie „Akzente der Grünen“, die nun in die weitere politische Arbeit einfließen würden, aber mit Ideen der SPD oft vergleichbar seien. Ganz pragmatisch, wie Händchen betont, ohne einzelne Punkte festzuschreiben. Aber es gehe beispielsweise um mehr Bürgernähe, stärkeres Engagement für den Klimaschutz vor der eigenen Haustür („Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hat uns zum Nachdenken gebracht“), die Verkehrssituation oder die ökologische Aufwertung der Landwirtschaft. Dabei müssten die Landwirte einbezogen werden. „Die ersten Projekte stehen in den Startlöchern“, sagt Händchen.

Im Aerzener Rathaustrakt neben der Kirche will wieder die rot-rot-grüne Mehrheitsgruppe die Geschicke der Gemeinde bestimmen.

Allerdings sei den Grünen klar, dass die Politik immer wieder von aktuellen Ereignissen eingeholt würde – „und es muss finanzierbar bleiben“. Ein Punkt, über den zuletzt vor allem Pook akribisch wachte – als Vorsitzender des Finanzausschusses. Für ihn als ebenso wichtig gelten die Bereiche Familie, Bildung und Soziales. Allerdings sieht der Linken-Politiker in dem Grundlagenpapier „nicht nur Träume und Wünsche, sondern zentrale Punkte, die die Situation vor Ort verbessern können“.

Auch die SPD hat nach den Wahlen rund zur Hälfte neue Mitglieder in ihrer Fraktion. Bei den Fachausschüssen des Rates sei besonders darauf geachtet worden, erfahrene Kommunalpolitiker und Neulinge zusammenzubringen. Neu strukturiert wurde der Ausschuss für Umwelt (bislang im Bereich Verkehr und Bauen angesiedelt), Klima, Tourismus und Kultur. Das Thema Umwelt sei sonst oft aus dem Fokus gerückt, begründet Schlie.

hGrundsätzlich strebt die Mehrheitsgruppe eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vor allem mit CDU sowie den beiden einzigen Mitgliedern von FDP und Unabhängigen an. Schlie hält es für vorstellbar, dass die Christdemokraten wieder einen der stellvertretenden Bürgermeister stellen. Die konstituierende Ratssitzung ist für den 18. November terminiert.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige

Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

Immobilien mieten

Immobilien kaufen