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30 Jahre lang prägte der Christdemokrat die Kommunalpolitik in Aerzen mit

Friedrich Beckmeier verstorben: Sein Wort hatte Gewicht

AERZEN. Trauer um Friedrich Beckmeier aus Flakenholz: Der langjährige Politiker, der die Geschicke in der Ortschaft Grupenhagen und in der Gemeinde Aerzen nachhaltig geprägt hat, wird heute in seinem Heimatort zu Grabe getragen.

veröffentlicht am 18.10.2019 um 09:00 Uhr
aktualisiert am 18.10.2019 um 10:18 Uhr

Christian Branahl

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Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Der Christdemokrat, der sich 2011 aus der aktiven Politik zurückgezogen hatte, ist im Alter von 74 Jahren am 9. Oktober nach schwerer Krankheit verstorben. Mit den Angehörigen trauern viele Einwohner und Weggefährten über Parteigrenzen hinweg um einen Politiker, für den sein Amt gelebte Demokratie darstellte. Und dafür trat er mit Nachdruck und mit Überzeugung ein.

Friedrich Beckmeier war für seine markigen Worte bekannt – mit ihm hatte der Rat einen Oppositionspolitiker, der rhetorisch brillant für seine Positionen warb. Dass er dabei manchmal aneckte, nahm er in Kauf. Und dass seine Argumente in anderen Fällen zum Erfolg führten, erfüllte ihn dann mit gewissem Stolz. Pflichtbewusstsein war für ihn dabei keine Phrase, sondern eine Selbstverständlichkeit, wie er 2011 nach 30 Jahren Gremienarbeit betonte. Beckmeier, der bereits 2006 vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund für sein ehrenamtliches Engagement geehrt worden war, verabschiedete sich vor neun Jahren im Rückblick auf die „Pflichten eines Staatsbürgers“ mit einem nachdenklichen Satz: „Man darf nicht nur etwas empfangen in seinem Land, sondern soll auch bereit sein, etwas wiederzugeben.“

Seine politische Laufbahn hatte 1981 im Ortsrat Grupenhagen begonnen, zunächst in stellvertretender Funktion, dann seit 1986 als Ortsbürgermeister. 1991 zog Beckmeier, der über viele Jahre auch an der Spitze des CDU-Gemeindeverbandes stand, in den Rat ein, wobei er drei Wahlperioden Fraktionsvorsitzender war. Und er galt als ausgewiesener Finanzexperte, ein Ruf, den er sich akribisch erarbeitet hatte.

Nah dran an den Menschen – Beckmeier, vor seinem Ruhestand bei Lenze im Bereich Arbeitssicherheit und Umweltschutz tätig, hatte ein offenes Ohr für die Einwohner. Immer präsent, Verbundenheit zeigend mit Vereinen, Gruppen und Einrichtungen. In Egge übernahm er in den 1980er Jahren auch Verantwortung als stellvertretender Ortsbrandmeister der Feuerwehr, womit ihm die Anliegen der Brandschützer auf Gemeindeebene gut vertraut waren.

Er setzte sich für die Infrastruktur in der Ortschaft wie Kindergarten und Dorfgemeinschaftshaus in Grupenhagen ebenso ein wie auf Gemeindeebene, beispielsweise als Vorsitzender des zuständigen Fachausschusses besonders für die Sportstätten. So konsequent sein Handeln in der aktiven Zeit war, so gestaltete sich auch sein Abschied aus der Politik. Friedrich Beckmeier zog sich zurück, ohne sich weiter einzumischen. Aber parteiübergreifend stand er mit seiner langjährigen Erfahrung bei Fragen im Hintergrund immer zur Verfügung. Und sein Wort hatte Gewicht.



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