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Metall statt Papier

„Backblech-Kunst“ in der Domänenburg: Astrid Lustig stellt Werke aus

AERZEN. Wer die Bilder der Hamelner Künstlerin und Hautärztin Astrid Lustig in den vergangenen 18 Monaten bewundern wollte, der musste sich eine Überweisung vom Hausarzt ausstellen lassen und hoffen, dass beim Besuch im Hamelner Gesundheitscampus Wilhelmstraße ausnahmsweise ein bisschen Zeit im Wartezimmer heraussprang.

veröffentlicht am 07.09.2021 um 13:00 Uhr
aktualisiert am 08.09.2021 um 11:57 Uhr

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Reporterin

Zweimal musste ihre geplante Ausstellung „Neues aus den letzten 5 Jahren“ in der Aerzener Domänenburg coronabedingt verschoben werden, nun können die Werke wieder – live und in satten Farbtönen – vom geimpften, genesenen oder getesteten Publikum in Augenschein genommen werden – natürlich mit Maske, darauf weist ein lustiges Plakat mit jeder Menge Maskenträger freundlich hin, die selbstverständlich allesamt aus der Feder der Künstlerin stammen.

Angesichts ihres Bildes „Impuls“ gleich in der Treppenhausgalerie stellt sich allerdings den Betrachtenden die Frage, wer hier eigentlich wen beäugt. Es ist die erste Ausstellung nach dem Kultur-Lockdown. Und prompt ist das Publikum aus der Übung und legt einen Frühstart hin. Wurde vor Corona eine Ausstellung eigentlich immer im Rahmen einer Vernissage um elf Uhr vormittags mit einem musikalischen Beitrag, einem mehr oder minder prominenten Laudator und einem Sektempfang eröffnet, so öffneten sich die Domänenburgtüren zur aktuellen Ausstellung eher sang- und klanglos erst am Sonntagmittag um 13 Uhr, sodass die ersten routinierten Gäste vor verschlossener Tür standen.

Wer den zweiten Anlauf wagte oder ohnehin pünktlich zur Stelle war, der wurde von einer breiten Motiv-Palette empfangen und mit ungewöhnlichen Maltechniken überrascht. Haben Sie schon mal von Backblechkunst gehört? Warum immer nur Leinwand, Papier oder Pappe als Träger der Farben verwenden, wenn unzählige Bleche aus einer ehemaligen Fischbecker Bäckerei zur Verfügung stehen, dachte sich Lustig. Das Material – schwarzes Metall – gab bei einigen Werken dann auch die Farbgestaltung vor: dunkel und rostig. Andere Bleche verwandelte die Hamelner Künstlerin in bunte Blumenwiesen, obwohl Blumen ihr als Motiv eigentlich nicht liegen, genau wie Hunde und Katzen. Krähen hingegen findet sie cool und so manches menschliche Gesicht sei so interessant, dass es einfach zum Portrait werden will, wie sie sagt.

Wann hat das letzte Mal ein Picasso in der Domänenburg gehangen? Die Ausstellung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur in der Domänenburg“ ist noch bis einschließlich Sonntag, 3. Oktober, samstags und sonntags jeweils von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.



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