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Unterschiedliche Aktionen zu Silvester am Kraftwerksgelände

AKW-Aus: Befürworter mahnen, Gegner froh über Atomausstieg

EMMERTHAL. Des einen Freud ist des anderen Leid – und so sind es zu Silvester Befürworter der Kernenergie als auch AKW-Gegner, die sich am letzten Tag des Leistungsbetriebes des Grohnder Atomkraftwerkes treffen. Während der atomfreundliche Verein Nuklearia eine Mahnwache plant, wollen andere den endgültigen Abschied von der Atomkraft vor Ort zu mitternächtlicher Stunde würdigen.

veröffentlicht am 30.12.2021 um 15:30 Uhr
aktualisiert am 30.12.2021 um 17:40 Uhr

30. Dezember 2021 15:30 Uhr

Christian Branahl
Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

EMMERTHAL. Des einen Freud ist des anderen Leid – und so sind es zu Silvester Befürworter der Kernenergie als auch AKW-Gegner, die sich am letzten Tag des Leistungsbetriebes des Grohnder Atomkraftwerkes treffen. Während der atomfreundliche Verein Nuklearia eine Mahnwache plant, wollen andere den endgültigen Abschied von der Atomkraft vor Ort zu mitternächtlicher Stunde würdigen.

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Dazu haben sich inzwischen mehrere Abgeordnete der Bündnisgrünen aus Bund und Land angekündigt.

Mitglieder des bundesweiten Vereins Nuklearia planen Aktionen unter dem Motto „Ade Klimaschutz!“ an den drei Kraftwerksstandorten Brokdorf, Gundremmingen und Grohnde, die nun ihren Leistungsbetrieb einstellen. „Die Stilllegung der Kernkraftwerke ist ein schwerer Fehler“, kommentiert Nuklearia-Vorsitzender Rainer Klute in einer Mitteilung.

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Nuklearia: „Die Stilllegung der Kernkraftwerke ist ein schwerer Fehler“

Gas und Kohle müssten nun verstärkt zu Einsatz kommen. „Mit dem Atomausstieg verfehlen wir also nicht nur die Klimaziele, sondern überfordern auch Menschen und Wirtschaft.“ Seine Initiative rechne damit, dass Deutschland wieder zur Kernenergie zurückkehren werde – „schlicht und einfach deshalb, weil sich eine CO2-arme, zuverlässige und preiswerte Stromversorgung gar nicht anders realisieren lässt“. Nuklearia plant die Mahnwache zu Silvester von 12 bis 13 Uhr am Kernkraftwerk Grohnde an der Einfahrt zum Infozentrum/Besucherparkplatz.

Grüne: „Atomkraft ist gefährlich, teuer und unflexibel“

Die grünen Landtagsabgeordneten Christian Meyer und Miriam Staudte werten den Atomausstieg als Erfolg der Anti-AKW-Bewegung. Gemeinsam mit Britta Kellermann vom Kreisverband wollen sie bei der „Silvester-Abschalt-Versammlung“ vor dem AKW-Gelände ab 23 Uhr, zu der das Anti-Atom-Plenum Weserbergland aufruft, dabei sein. „Die Zeit der Atomenergie ist abgelaufen, die Zukunft gehört den Erneuerbaren“, erklärt laut Mitteilung der Holzmindener Abgeordnete Meyer. „Auch ich persönlich habe jahrzehntelang für diese Beendigung des atomaren Restrisikos in meiner Nachbarschaft demonstriert und politisch gestritten.“ Staudte warnt als atompolitische Sprecherin der Landtagsgrünen vor einer Renaissance der Atomkraft: „Klimaschutz ist nicht mit einem grünen Anstrich der Atomenergie zu erreichen. Atomkraft ist gefährlich, teuer und unflexibel.“ Mit vor Ort sein will der neu gewählte grüne Bundestagsabgeordnete Helge Limburg. „Der Atomausstieg ist die zwingende Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien.“



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