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Eine der längsten Revisionen endet / Ministerium: Keine Bedenken

AKW mit Verspätung am Netz

GROHNDE. Nach Abschluss der diesjährigen Anlagenrevision ist das Atomkraftwerk Grohnde seit Montag wieder am Netz. Das haben das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz als Atomaufsichtsbehörde und Preussen Elektra als Betreiber des AKW mitgeteilt. Die Arbeiten, die zur Verlängerung der Revision geführt hatten, wurden abgeschlossen.

veröffentlicht am 27.05.2019 um 13:43 Uhr
aktualisiert am 27.05.2019 um 19:20 Uhr

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Die defekte Steckverbindung am Messwerterfassungsinstrument im Bereich des Reaktordeckels wurde getauscht, wie eine Ministeriumssprecherin erklärt. Dafür musste bekanntlich der Reaktordruckbehälter erneut geöffnet werden, was insgesamt zu einer Revisionsverlängerung von zehn Tagen geführt hat.

Während der Revision sind 52 der insgesamt 193 Brennelemente im Reaktorkern gegen neue ausgetauscht worden. Alle für die nukleare Sicherheit bedeutsamen Revisionsarbeiten wurden vom Umweltministerium und den zugezogenen Sachverständigen „intensiv kontrolliert und überprüft“, heißt es aus der Aufsichtsbehörde. „Befunde, die den genehmigungskonformen Zustand infrage stellen, haben sich nicht ergeben“, erklärt die Ministeriumssprecherin. Zuvor hatte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Anja Piel, wegen des defekten Messinstrumentes gefordert, dass das AKW „nicht wieder ans Netz gehen“ sollte.

Während der Anlagenrevision wurden dem Umweltministerium drei Befunde als meldepflichtige Vorkommnisse der Kategorie N (normal) angezeigt, die unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala INES eingestuft sind („Stufe 0“), wie dessen Sprecherin mitteilt.

Im Rahmen geplanter Arbeiten wurde danach in eine Pumpenkammer versehentlich Wasser eingetragen und die darin befindliche Notnebenkühlwasserpumpe überflutet. Die Pumpe und andere betroffene Komponenten wurden gegen Reserveteile ausgetauscht. Außerdem wurden an mehreren Kleinleitungen des Frischdampfsystems Wanddickenschwächungen festgestellt. Die betroffenen Rohrabschnitte wurden ausgetauscht. Zusätzlich kam es während einer wiederkehrenden Prüfung zur Anregung eines Reaktorschutzsignals, was auslegungsgemäß zum automatischen Start eines Notstromdiesels führte, wie es aus dem Ministerium weiter heißt. „Die Ereignisse hatten für die Sicherheit des Atomkraftwerks keine Relevanz“, erklärt die Sprecherin der Aufsichtsbehörde.

Laut Betreiber Preussen Elektra belegen „die Ergebnisse der umfangreichen Prüfprogramme und der zahlreichen Inspektionen aus der Revision „den sehr guten Zustand der Anlage“. Anlagenleiter Michael Bongartz erklärt in der Mitteilung: „Wir haben eine der längsten Revisionen in der Geschichte des Kraftwerks wieder sicher umgesetzt.“ Es sei ein zweistelliger Millionen-Betrag „für den weiteren sicheren und zuverlässigen Betrieb des Kraftwerks investiert“ worden. Es sei damit „fit für die verbleibenden gut zweieinhalb Jahre Stromerzeugung“.



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