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Der Landrat in Opposition zur eigenen Behörde

Was für ein Unsinn!

Der Lügder Kriminalfall, der bundesweit Entsetzen auslöste, überdeckt Hameln-Pyrmonts Bahn-Affäre.

veröffentlicht am 22.07.2019 um 16:25 Uhr

Marc Fisser

Autor

Reporter zur Autorenseite

Als das Versagen von Hameln-Pyrmonts Kreisverwaltung im Lügder Fall massenhaften sexuellen Kindesmissbrauchs bekannt geworden war – die Untätigkeit trotz Indizien –, setzte sich Landrat Tjark Bartels kurzerhand an die Spitze der Aufklärer. Er sorgte dafür, dass in der Behörde personelle und organisatorische Konsequenzen gezogen wurden – und nahm sich damit selbst aus der Schussbahn. Der Lügder Kriminalfall mit Querverbindung nach Hameln, der bundesweit Entsetzen auslöste, überdeckt seitdem Hameln-Pyrmonts Bahn-Affäre.

In der Frage, wie die Region mit der Tatsache umgehen sollte, dass der Bund die Bahnstrecke zwischen Elze und Hameln für den Güterverkehr elektrifizieren wird, agieren die Fachleute des Kreishauses durchaus zum Wohle dieser Gegend. Ihr Chef, der Landrat, hingegen hat sich schon vor Jahren angesäuert aufs Abstellgleis gestellt, von wo aus er das Geschehen unflätig kommentiert, aber untätig dahinrollen lässt.

Elektrifizierung bis Löhne, zusätzliche Haltepunkte in Fischbeck und Hameln, Einrichtung einer Expresslinie – das sind schriftlich fixierte und wohlbegründete Zukunftsziele aus der Kreisverwaltung. Der Landrat aber hat angekündigt, alles vom Tisch wischen zu wollen, falls der Bund an der Bahnstrecke nicht in den Lärmschutz investieren sollte. Was für ein Unsinn! Wenn dem Bund, dem Land, der Region Hannover und anderen Akteuren wirklich an einer möglichst großen Güterzugkapazität in Hameln-Pyrmont gelegen sein sollte, dann ist Bartels ihr bester Verbündeter. Denn wäre der Personenverkehr hier mangels attraktivem Angebot endgültig ruiniert, hätte die Frachtbahn freie Fahrt. Bartels könnte dann niemanden anderen als sich selbst zur Verantwortung ziehen.



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