weather-image
25°
×

Der Vorsitzende der Europa-Union Hameln darüber, warum wir unseren Staatenverbund brauchen

Umstritten, aber begehrt

Namenstage bieten immer die Chance für eine Bestandsaufnahme. Die Idee vom Haus Europa kam 1945 vom britischen Premierminister Winston Churchill. Er sprach den Menschen aus dem Herzen, endlich nach zwei mörderischen Weltkriegen eine neue politische Zusammenarbeit auf unserem Kontinent zu schaffen.

veröffentlicht am 09.05.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.09.2016 um 11:30 Uhr

Autor:

In den letzten Jahrzehnten wurde viel erreicht, jedoch ist vieles noch unerledigt. Laufend entstehen neue Problemfelder. Die Geschichte bleibt nicht stehen. Noch nie gab es auf der Welt über 500 Millionen Menschen, die sich demokratisch für die Teilnahme an solch einem politischen und gesellschaftlichen Bauwerk entschieden haben.

Wenn sich Menschen aus inzwischen 28 Staaten mit ihren unterschiedlichen Interessen und Zielsetzungen an einen Tisch setzen, wird natürlich viel und lange gestritten. Nicht alle Entscheidungen sind dann für alle glücklich und verständlich, sondern es können immer nur Kompromisse sein. Aber die Europäische Union ist trotzdem immer größer und stärker geworden. Sie wird weltweit respektiert und sogar bewundert.

Immer mehr Menschen wollen so leben wie die Europäer. Seit 70 Jahren gibt es Frieden in der Europäischen Union. Um die EU herum toben Kriege und Terror, unter Einsatz ihres Lebens wollen Tausende Flüchtlinge das rettende europäische Ufer erreichen. Sie verzichten auf vieles. Weit weg von ihren Familien, ihrer Kultur und ihrer Heimat kommen sie zu uns, um ihr Leben und das ihrer Kinder zu retten.

Einige haben die Zeichen der Zeit nicht begriffen

Der Empfang ist nicht immer freundlich oder gar herzlich, aber das Klima bessert sich. Viele Europäer bemühen sich um eine Willkommenskultur. Leider haben einige EU-Länder noch nicht die Zeichen der Zeit und der Menschlichkeit begriffen.

Wirtschaftlich verdanken wir Deutschen der EU einen Großteil unseres Wohlstandes. Unsere Exportindustrien, auch aus dem Weserbergland, sind geradezu abhängig von offenen Grenzen und frei zugänglichen Märkten. Viele Mittelständler unserer Region verkaufen mehr als die Hälfte ihrer Produktion besonders im europäischen Ausland. Viele Arbeitsplätze hängen an diesen Exporterfolgen. Ohne diese Gewinne würden die Steuerquellen nicht so sprudeln und viele öffentliche Projekte und Bedienstete könnten nicht bezahlt werden. Wir brauchen Europa – heute und in Zukunft.

Es wird viel gemeckert über Entscheidungen aus Brüssel – die Vorteile des Modells Europa werden dabei häufig vergessen.dpa



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige