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Mensabegeisterung, los jetzt!

Super-Nanny

Wenn sich wohlmeinende Politiker darüber grämen, dass die Wirklichkeit ihren Idealen nicht gehorcht, ist meist Gefahr im Verzug. So wie in diesem Fall: 130 000 Euro soll der Versuch kosten, doch noch den mensabegeisterten Schüler zu erschaffen. Der Super-Nanny-Staat, der aus uns allen bessere, gesündere und glücklichere Menschen machen möchte, und häufig das Gegenteil erreicht, wird zum Investitionsgrab. Und es spielt keine Rolle, dass es „nur“ um Stiftungsgeld geht. Was ließe sich nicht an sinnvollen Projekten mit dem Geld machen?

veröffentlicht am 03.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.09.2016 um 11:35 Uhr

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Beim Thema Mensa könnte man gut aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Die vielen Steuer-Millionen, die Kommunen in schmucke Schulmensen gesteckt haben, sie haben die Schüler eben nicht umerziehen können. Die meisten finden Mensen nach wie vor so attraktiv wie lauwarmen Bohneneintopf.

Doch statt das eigene Scheitern zu akzeptieren, legt die Stadt noch einen drauf und will mit gehörigem Aufwand „positive Essenserfahrungen“ schaffen. So als könne man solche Erfahrungen bestellen wie den Hauptgang aus einer Menükarte. Als seien Pizza und Pommes mit dem hocherhobenen pädagogischen Zeigefinger auszutreiben. Gesundes Essen ist wertvoll, keine Frage, aber die Vorstellung, jeden zu seinem Glück zwingen zu können, war schon immer ein Irrtum.

Vielleicht ist es ja gerade der Freiraum, sich außerhalb des schulischen Angebots zu bewegen, der die Pizza so lecker schmecken lässt? Zugegeben: Für Erziehungsidealisten ist das ein sperriger Gedanke.



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