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Toleranz endet bei Selbstjustiz

Rote Linie

Woher rührt die Gewalt, die vor dem Sana-Klinikum eskalierte? Mit der nachvollziehbaren Trauer ist sie nicht ansatzweise zu erklären. Selbst die Wut, die sich bei Angehörigen und Bekannten des Opfers entladen hat – durch welche Wahrnehmung der Ereignisse auch immer – gibt keine vollständige Antwort.

veröffentlicht am 16.01.2015 um 10:31 Uhr
aktualisiert am 26.09.2016 um 14:31 Uhr

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Wenn 14 Polizisten verletzt werden, weil sie ein Gericht und Krankenhaus schützen, bezeugt das noch etwas anderes: ein hohes Maß an Ignoranz gegenüber dem Rechtsstaat. Hier tritt ein durch ethnische Herkunft und familiäre Bande eng verschweißter Clan in Erscheinung, dessen Respekt vor unserem Staat und unserer Justiz gelinde gesagt entwicklungsfähig ist. Man will die Dinge lieber unter sich regeln – und schreckt im Zweifel vor Gewalt nicht zurück. Das ist die rote Linie, die nicht überschritten werden darf. Rechtsstaatlichkeit steht als unantastbares Gut himmelhoch über jeder ethnischen, religiösen oder nationalen Befindlichkeit. Die Toleranz endet, wo die Selbstjustiz beginnt. Und es gibt keinen guten und keinen schlechten Zeitpunkt, darauf zu pochen.

Ebenso unmissverständlich muss aber auch eine andere Grenze gezogen werden: zwischen denjenigen, die am Krawall beteiligt waren, und denen, die es nicht waren. Wer den Fall missbraucht, um Ressentiments zu schüren und mal flugs einen Generalverdacht gegen eine ganze Glaubensrichtung auszusprechen, verkennt nicht nur die Realität, er gießt bewusst Öl ins Feuer. Einige Facebook-Diskussionen gehen unterirdisch tief in diese Richtung. Auch wenn Vorurteile bequem sind – gefragt sind Besonnenheit und Vernunft.



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