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Was sollte der offene Brief eigentlich bewirken?

Ohne Wert

Was für eine Entdeckung! Da ist doch tatsächlich die Stadt Hameln auf dem besten Weg, den Internationalen Frauentag nicht hinreichend zu würdigen. Ein Ratsherr und sogar eine Bundestagsabgeordnete schicken also einen offenen Brief, gesättigt von „Verwunderung“, an den Oberbürgermeister. Das beweist kritischen Geist, ein Händchen für die wirklich brisanten lokalpolitischen Fragen – und natürlich ein Gespür für das richtige Timing: Kurz bevor das Mystica-Wochenende beginnt, erreicht das Schreiben die Adressaten. Perfekt! Dass der Protest eigentlich auch schon vor einem Jahr oder eher hätte erfolgen können – geschenkt.

veröffentlicht am 06.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.09.2016 um 11:24 Uhr

Frank Henke

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Reporter zur Autorenseite

Doch jetzt mal im Ernst: Was sollte der offene Brief eigentlich bewirken? Sollte OB Claudio Griese die Planung für das touristisch wichtige Wochenende spontan über den Haufen werfen? Daran glaubte auch das Linken-Duo nicht. Und von einem zweiten, nun geschlechterspezifisch-arbeitsfreien „Tag der Arbeit“ können die Linken in Hameln träumen, durchsetzen müssten sie ihn in Berlin. Dass dieser Tag dann irgendeinen Nutzen für die gerechte Sache der Gleichstellung von Mann und Frau hätte, darf bezweifelt werden.

Vermutlich wollten die Hamelner Linken mit ihrem offenen Brief „sensibilisieren“, bestimmt auch „zum Nachdenken anregen“ – doch dieses Nachdenken führt ins Nichts. Ein Stück Betroffenheitspolitik ohne Wert.



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