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Presse zensiert man nicht

Nicht mit uns

Es ist wieder mal soweit: In Zeiten des Wahlkampfes wird die politische Prominenz gerufen, um die Kandidaten vor Ort zu unterstützen. Das war schon immer so, das ist auch dieses Mal so und das ist auch gut so.

veröffentlicht am 19.08.2021 um 10:18 Uhr

Thomas Thimm

Autor

Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

So verbrachte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch den halben Tag im Weserbergland, Parteifreunde wie Johannes Schraps, Ulrich Watermann, Landrat Dirk Adomat, Emmerthals Bürgermeisterkandidat Dominik Petters und Bad Münders Bürgermeisterkandidat Marco Guss im Schlepptau.

So weit, so gut. Nicht gut ist, wenn vonseiten der SPD bei dem Termin versucht wird, Medien zu steuern oder zu zensieren. So geschehen während des Weil-Besuches. Da wird von unserem Reporter, der eine presseöffentliche Veranstaltung besucht, verlangt, dass er seine Zitate, die er von Stephan Weil aufgeschrieben hat, zur Autorisierung nochmals vorlegt. Das geht gar nicht. Das ist der Versuch eines Eingriffs in die Pressefreiheit. So etwas machen wir nicht mit – wir haben das Ansinnen der SPD selbstverständlich abgelehnt. Und wir verbitten uns künftig alle derartigen Versuche, uns in unserer freien Arbeit behindern zu wollen.

Wir wissen, dass Politiker Wortlaut-Interviews gerne nochmals autorisieren wollen. So etwas kann man vorab verabreden, wenn beide Seiten das wollen. Dass ein solches Ansinnen nun aber schon bei ganz normalen Presseterminen vorgebracht wird, ist ein Unding – auch wenn am frühen Abend versucht wird, es als „Missverständnis“ aussehen zu lassen. Wir stehen nicht auf Missverständnisse. Und wir stehen nicht auf Eingriffe in die Freiheit der Presse.



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