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Hameln muss aktiver werden

Mehr Fantasie bitte!

Auf der Deisterstraße herrscht buchstäblich ein schlechtes Klima. Das ist freilich kein Geheimnis. Seit Jahren liefert die Messstation in diesem Bereich recht unerfreuliche Daten. Der hier ermittelte Ausstoß an Stickoxiden überschreitet den EU-Grenzwert deutlich. Das ist eine Steilvorlage für eine Klage gegen die Stadt.

veröffentlicht am 10.07.2017 um 16:43 Uhr
aktualisiert am 10.07.2017 um 18:00 Uhr

Dr. Guido Erol Hesse-Öztanil

Autor

Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Andere Kommunen sehen sich bereits vor den Kadi gezogen. Man mag kritisieren, dass den Städten in diesem Fall zu Unrecht der Schwarze Peter zugeschoben wird. Die Versäumnisse liegen natürlich bei der Politik, aber vor allem bei der Autoindustrie, die meinte, die Entwicklung von umweltfreundlichen Alternativen zum Dieselmotor vernachlässigen zu können. Den schnellen Profit vor Augen, schreckte man auch nicht vor Manipulationen der Software zurück, um dem Käufer vorzugaukeln, sein Wagen würde die Abgasnorm einhalten. Alles Lamentieren hilft indes nicht. Hameln steht wie viele andere Städte unter Zugzwang. Die bisherigen Bemühungen sind indes eher halbherzig oder fantasielos ausgefallen. Und Vorstöße des Landes werden einfach weggewischt – siehe den „Modellversuch Tempo 30“, der in Hameln keine Mehrheit fand.

Lohnenswert ist hier der Blick über den Tellerrand: Was unternehmen andere Kommunen? Zur Verbesserung der Luftqualität wird etwa in Potsdam die Einführung eines „Anti-Schadstoff-Tickets“ in Erwägung gezogen. Wer an Tagen mit grenzwertigen Luftschadstoffwerten das Auto stehen lässt und den öffentlichen Nahverkehr im Stadtgebiet nutzt, soll das Ticket zum halben Preis kaufen können. Apropos ÖPNV: Warum werden im Nahverkehr Hameln-Pyrmont keine Elektro- oder Hybridbusse eingesetzt?



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