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Das Weserbergland sollte nun noch stärker auf Flusstourismus setzen

Kein Untergang

Die Weserbergländer sind hin- und hergerissen: Einerseits laufen viele Sturm gegen die Pläne des Bundes, hier verstärkt elektrischen Strom oder Güterzüge durchzuleiten. Andererseits sind sie besorgt, dass es die Oberweser mangels Frachtverkehrs nicht mehr verdient haben soll, den Titel „Bundeswasserstraße“ zu tragen. Nach dem ersten Schreck vor drei Jahren ist noch viel Wasser die Weser hinuntergeflossen. Der Bund betont nun, seiner Verantwortung für den Fluss – die Befahrbarkeit auf jetzigem Niveau, den Hochwasserschutz, die Naturbelange – auch gerecht zu werden, wenn er die Oberweser nur noch als „sonstige Wasserstraße“ bezeichnet. Insofern haben die Fachleute, als sie die Bundesgewässer einteilten, einen strategischen Fehler gemacht: „Sonstige Wasserstraße“ klingt fast wie „Feldweg“ – bei „Bundeswasserstraße Kategorie D“ hätte es weniger Aufregung gegeben.

veröffentlicht am 15.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.09.2016 um 10:49 Uhr

Marc Fisser

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Denn eines ist auch den Anrainern der Oberweser klar: Die Zeiten, als hier Frachtkähne den Fluss und die Häfen füllten, kommen nicht zurück. In den Logistikketten geht es heute um Schnelligkeit, Effizienz und Zuverlässigkeit – die Oberweser kann da nicht mithalten. Und selbst wenn mehr heimische Unternehmen ihre Steine oder Großmaschinen verschiffen würden: Wäre deshalb der Ausbau dieses Flussteils für größere Fahrzeuge und für Trockenzeiten zu rechtfertigen? Abgesehen von der allseits geforderten sinnvollen Verwendung der Steuergelder: Wünscht sich die Region wirklich solche Eingriffe in die Natur ihres Flusses?

Die Entscheidung des Bundes gegen die Oberweser als Hauptschifffahrtsstraße kann somit auch positiv verstanden und gestaltet werden. Fulda, Werra und Oberweser sind schon jetzt beliebt bei Wasser- und Fahrradtouristen. Besonders in Hameln-Pyrmont lässt sich die Infrastruktur etwa für Kanuten, Ruderer oder Motorbootreisende noch verbessern und erweitern. Das dürfte für die Region eine größere Wirtschaftskraft entfalten als einige zusätzliche Frachtschiffe.

Unklar ist nun nur, wie lange die Garantie des heutigen Verkehrsministers, dass der Bund den Status quo der Oberweser sichere, bestehen wird. Andererseits: Auch bei einer Änderung der Zuständigkeiten wird das Weserbergland nicht untergehen.



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